Zwei Unternehmerinnen mit Kopftuch revolutionieren das "Miss Germany"-Finale

Grzegorz Loos
Grzegorz Loos
2 Min.
Drei Frauen in verschiedenen farbigen Kleidern, eine trägt eine Mütze, stehen vor dem Reichstaggebäude in Berlin, Deutschland, mit Menschen, Fahnen, Bäumen, Wolken und Himmel im Hintergrund.Grzegorz Loos

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - Zwei Unternehmerinnen mit Kopftuch revolutionieren das "Miss Germany"-Finale

"Miss Germany"-Finale in München: Zwei Unternehmerinnen mit Kopftuch brechen mit Traditionen

Dieses Wochenende erreicht der "Miss Germany"-Wettbewerb in München seinen Höhepunkt. Unter den neun Finalistinnen sind Büsra Sayed und Amina Ben Bouzid – zwei Unternehmerinnen, die ein Kopftuch tragen und seit ihrer Nominierung mit massiver Kritik konfrontiert sind. Die Veranstaltung, die sich heute weniger an klassischen Schönheitsidealen als vielmehr an Führungsqualitäten orientiert, hat eine Debatte über Identität und Repräsentation ausgelöst.

Büsra Sayed (27) und Amina Ben Bouzid (28) sind die ersten Finalistinnen in der Geschichte des Wettbewerbs, die ein Hijab tragen. Sayed, eine Modedesignerin aus Berlin, führt ein Label für Frauen, die traditionelle Kopfbedeckungen tragen, und tritt in der Kategorie "Female Founder" an. Ben Bouzid, die aus Wiesbaden stammt, fördert frauengeführte Marken und konkurriert in der Sparte "Female Leader". Beide wurden vor allem von Männern mit rassistischen und sexistischen Kommentaren angegriffen, die ihre deutsche Identität und Eignung als Repräsentantinnen des Landes infrage stellen.

Die Kritik verschärfte sich nach Bekanntgabe ihrer Nominierung. In sozialen Medien häuften sich Stimmen, die ihnen aufgrund ihres Aussehens und Glaubens absprachen, "deutsch genug" zu sein. Trotz der Anfeindungen bleiben die beiden entschlossen: Sie sehen ihre Teilnahme als Chance, Klischees zu widerlegen und anderen Frauen mit ähnlichem Hintergrund Mut zu machen. Nachdrücklich betonen sie, Deutsch zu sein, und wehren sich gegen enge Definitionen von Zugehörigkeit.

In diesem Jahr hat sich der Wettbewerb grundlegend gewandelt – weg vom klassischen Schönheitswettbewerb, hin zur Suche nach zukünftigen Führungspersönlichkeiten. Gesucht werden etwa Kandidatinnen für DAX-Vorstände oder erfolgreiche Gründerinnen. Zu den Finalistinnen zählen unter anderem eine Biologin, die menschliche Haut züchtet, um Tierversuche zu reduzieren, eine Pressesprecherin der Bundeswehr und eine Teamleiterin, die bei einer Drogeriekette 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führt.

Die Entscheidung fällt am Samstag in den Bavaria Studios in München. Schon jetzt hat die Teilnahme von Sayed und Ben Bouzid die Diskussion über Vielfalt in nationalen Wettbewerben geprägt.

Beim "Miss Germany"-Finale wird sich zeigen, wer in diesem Jahr den Titel holt. Mit Sayed und Ben Bouzid stehen zwei von neun Kandidatinnen im Rampenlicht, deren Teilnahme die Debatte über Inklusion und Repräsentation in öffentlichen Wettbewerben neu entfacht hat. Das Ergebnis könnte maßgeblich beeinflussen, wie künftige Veranstaltungen mit den Themen Diversität und Identität umgehen.

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