Ärztemangel in ländlichen Regionen: Patienten warten monatelang auf Hilfe

Magdalena Hertrampf
Magdalena Hertrampf
2 Min.
Ein altes Buch mit einer detaillierten Karte von Deutschland, das verschiedene Regionen zeigt und begleitenden Text, der zusätzliche Informationen bietet.Magdalena Hertrampf

"Bauchschmerzen" - Wo der Arztmangel in Niedersachsen für Frust sorgt - Ärztemangel in ländlichen Regionen: Patienten warten monatelang auf Hilfe

Ärztemangel in Deutschland: Patienten in den Bundesländern warten monatelang auf Behandlung

In ländlichen Regionen der Bundesländer verschärft sich die Ärzteknappheit dramatisch – Patienten müssen lange Wartezeiten in Kauf nehmen oder weite Strecken zurücklegen, um medizinisch versorgt zu werden. Allein in Niedersachsen waren im vergangenen Dezember 447 Hausarztstellen unbesetzt, besonders betroffen sind kleine Städte. Nun fordern lokale Mediziner und Kommunalpolitiker dringend Reformen, um mehr Ärzte in unterversorgte Gebiete zu locken.

Das Problem hat sich über Jahre zugespitzt. In Bunde behandelt der Hausarzt Dr. Holger Plochg mittlerweile rund 3.000 Patienten alle drei Monate – dreimal so viele wie noch vor 25 Jahren. Ab Oktober könnte er der einzige Allgemeinmediziner der Stadt sein, denn sein Kollege geht in Rente. Der Dermatologe Bernd Brinker in Weener berichtet unterdessen von Patienten, die bis zu 80 Kilometer anreisen, weil umliegende Praxen schließen oder ihr Angebot einschränken.

Junge Ärzte ziehen es oft vor, in Städten zu arbeiten, während Landpraxen chronisch unterbesetzt bleiben. Niedersachsen bietet derzeit nur zehn Medizinstudienplätze pro 100.000 Einwohner an – weniger als viele andere Bundesländer. Rund 60 dieser Plätze sind für angehende Landärzte reserviert, verteilt auf die Standorte Hannover, Göttingen und Oldenburg. Doch Fachleute halten dies für unzureichend.

Dr. Plochg fordert, dass Deutschland 4.000 bis 5.000 zusätzliche Studienplätze schaffen müsse, um den Mangel zu beheben. Zudem plädiert er dafür, die Ausbildung über die großen Universitätskliniken hinaus auch in kleineren Städten anzubieten, um die Arbeit auf dem Land attraktiver zu machen. Die Landesregierung hat als Reaktion einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, der in diesem Jahr 80 zusätzliche Studienplätze sowie eine Landarztquote vorsieht, um Absolventen gezielt in unterversorgte Regionen zu lenken.

Ohne mehr Ärzte werden Patienten auf dem Land weiterhin mit langen Wartezeiten und weiten Fahrten für grundlegende Behandlungen konfrontiert sein. Die neuen Maßnahmen des Landes sollen die Krise abmildern, doch Experten warnen, dass tiefgreifendere Reformen in Ausbildung und Anreizsystemen nötig sind. Bis dahin bleibt Städten wie Bunde und Weener nichts anderes übrig, als abzuwarten, ob die Schritte nachhaltige Entlastung bringen.

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