Neue Kriterien für Windräder im Heidekreis: Streit um Flächen und Mindestabstände

Elfie Ziegert
Elfie Ziegert
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Eine Karte der vorgeschlagenen Windenergiegebiete für die 2021er Verpachtung, mit beschrifteten Standorten und Nummern.Elfie Ziegert

Neue Kriterien für Windräder im Heidekreis: Streit um Flächen und Mindestabstände

Der Kreistag des Heidekreises hat neue Kriterien für die Auswahl von Standorten für Windenergieanlagen beschlossen. Mit der Entscheidung soll der Ausbau von Windrädern gesteuert werden, wobei Umwelt- und Anwohnerbelange gegeneinander abgewogen werden. Streit gab es jedoch über Mindestabstände und Flächenvorgaben, die unter lokalen Politikern für Diskussionen sorgen.

Die Abstimmung folgte einer landesweiten Analyse des Fraunhofer-Instituts, das im Heidekreis 16.509 Hektar als potenziell für Windkraftanlagen geeignet ausgewiesen hatte. Bereits vor dem jüngsten Beschluss waren 13.689 Hektar wegen Auflagen wie Naturschutzgebieten, Wasserschutzzonen und militärischer Übungsgebiete ausgeschlossen worden. Die verbleibenden Flächen müssen nun so bewertet werden, dass bis 2026 mindestens 5.976 Hektar – entsprechend 3,18 Prozent der Gesamtfläche des Landkreises – als Vorranggebiete ausgewiesen werden. Das ist mehr als das Vierfache der derzeitigen 0,7 Prozent.

Die beschlossenen Kriterien schließen Standorte mit geschützten Vogelarten oder Tiefflugrouten für Hubschrauber aus. Zudem könnten Windräder künftig auch in minderwertigen Nadelwäldern erlaubt werden, was einen Bruch mit früheren Regelungen darstellt. Einen Antrag der Grünen auf eine einheitliche Mindestdistanz von 750 Metern zu Wohnhäusern lehnte der Kreistag ab. Stattdessen hatte Franka Strehse (SPD) sich für einen Abstand von 1.000 Metern zu allen Wohngebieten eingesetzt und damit eine gleichmäßige Behandlung im gesamten Landkreis gefordert.

Elf Kreisverwaltungsmitglieder, darunter Jens Grote, kritisierten die Flächenvorgaben des Landes als überzogen für die waldreiche Landschaft des Heidekreises. Der Beschluss wurde zwar mit klarer Mehrheit angenommen, doch enthielten sich vier grüne Kreistagsmitglieder der Stimme, während vier Abgeordnete – drei von der AfD und Strehse – dagegen stimmten.

Die Entscheidung schafft einen Rahmen für den Windkraftausbau im Heidekreis und soll einer unkontrollierten Entwicklung entgegenwirken. Nun müssen die Verantwortlichen die Kriterien anwenden, um das 2026-Ziel zu erreichen. Das Ergebnis wird zeigen, wie viel Fläche für Windräder reserviert wird und wo diese errichtet werden dürfen.

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