Freispruch für Mann nach gewaltverherrlichendem Facebook-Post gegen Hannovers Oberbürgermeisterin
Magdalena HertrampfFreispruch für Mann nach gewaltverherrlichendem Facebook-Post gegen Hannovers Oberbürgermeisterin
Ein deutsches Gericht hat einen Mann freigesprochen, dem vorgeworfen worden war, in einem Facebook-Beitrag zu Gewalt gegen Hannovers Oberbürgermeisterin aufzustacheln. Christian H. musste sich wegen eines Kommentars in der Hannover-Gruppe vor Gericht verantworten, in dem er angeblich zur Hinrichtung der Bürgermeisterin aufrufen wollte. Die Richterin entschied, dass die Beweise nicht ausreichten, um ihm nach Paragraf 140 des Strafgesetzbuchs die öffentliche Billigung oder Belohnung einer schweren Straftat nachzuweisen.
Im Mittelpunkt des Verfahrens stand ein Beitrag, in dem Christian H. geschrieben hatte, die meisten Gruppenmitglieder wollten Oberbürgermeisterin Belit Onay (Grüne) "am Galgen auf dem Opernplatz baumeln" sehen. Die Äußerung löste eine Strafanzeige aus und führte zu einem Strafbefehl über 900 Euro, gegen den H. später Einspruch einlegte.
Die Hannover-Gruppe entstand um 2015 herum als kleine Plattform für lokale Nachrichten und Fotos. Mit der Zeit wuchs sie auf etwa 93.000 Mitglieder an, mit bis zu 200.000 Nutzern an manchen Tagen. Ein Administrator der Gruppe berichtete von einer zunehmenden Radikalisierung des Tons, insbesondere durch rechtsextreme Nutzer, die "hundertmal lauter" seien als andere Teilnehmer.
Christian H. zählte zu den fünf aktivsten Mitgliedern der Gruppe und kritisierte regelmäßig die hannoversche Stadtregierung. In seinem umstrittenen Beitrag bezeichnete er die Grünen-Politikerin Belit Onay als "grünen Sultan" und deutete ein gewaltsames Ende an. Vor Gericht behauptete er, der Kommentar habe lediglich eine Diskussion provozieren sollen – tatsächlich stehe er hinter Onay.
Die Richterin räumte ein, der Beitrag sei missverständlich formuliert und interpretationsfähig gewesen. Zwar sei die Wortwahl provokant gewesen, doch lasse sich nicht zweifelsfrei belegen, dass Christian H. damit öffentlich eine schwere Straftat gutheißen oder belohnen wollte. Mangels eindeutiger Beweise erfolgte der Freispruch.
Das Urteil beendet das Verfahren gegen Christian H., der damit der ursprünglich verhängten Geldstrafe von 900 Euro entgeht. Der Prozess warf jedoch ein Schlaglicht auf die Spannungen in großen Online-Gruppen, in denen radikale Rhetorik schnell eskalieren kann. Die Hannover-Gruppe bleibt zwar aktiv, doch ihre politischen Dynamiken und die Herausforderungen bei der Moderation sorgen weiterhin für Diskussionen.
Muster der Misshandlung des Hannoverer Bürgermeisters tritt hervor
Neue Kontexte enthüllen anhaltende Feindseligkeit gegen den Bürgermeister von Hannover. Dirk-Ulrich Mende des Niedersachsen Städteverbands beschrieb die Angriffe als 'rassistisch und faschistisch.' Belit Onay hat bereits in früheren Fällen die schlimmsten Hasskommentare strafrechtlich verfolgt. Diese Entwicklungen zeigen die breiteren Spannungen um ihre Führung auf.






