Louis Klamroths schwierige Zeit bei "hart aber fair" – ARD kürzt Sendungen drastisch

Elfie Ziegert
Elfie Ziegert
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Eine Konferenzszene mit Sitzplätzen und einer Bühne, auf der eine Diskussion zwischen Medienvertretern und Eigentümern stattfindet, mit einem großen Banner und einer Wand im Hintergrund.Elfie Ziegert

Louis Klamroths schwierige Zeit bei "hart aber fair" – ARD kürzt Sendungen drastisch

Louis Klamroths Zeit als Moderator von "hart aber fair" durchlebt eine schwierige Phase. Der 36-jährige Journalist, der 2023 die Nachfolge von Frank Plasberg antrat, sieht sich nun mit einer drastischen Kürzung der Sendungen konfrontiert – ausgelöst durch Zuschauerkritik und Probleme mit dem Format. Die ARD, Deutschlands öffentlich-rechtlicher Rundfunksender, hat seine jährlichen Auftritte von 30 im Jahr 2024 auf nur noch 15 für 2025 und 2026 reduziert.

Klamroths Moderationsstil spaltet die Meinungen. Einige seiner stärksten Folgen präsentieren Gäste abseits des üblichen Medienbetriebs – etwa Aktivist:innen, die über Wohnungsnot oder Bürgerproteste diskutieren. Doch seine Tendenz, Gesprächspartner:innen genau dann zu unterbrechen, wenn ihre Argumente an Fahrt gewinnen, verärgert viele Zuschauer:innen. Bei einer Sendezeit von 75 Minuten wirkt es oft, als dränge er Debatten in die Länge, statt ihnen Raum zu geben.

Seine Fragetechnik verwandelt komplexe Themen nicht selten in Ja-Nein-Fallen und deutet Antworten als Schuldeingeständnisse um. Während einer Diskussion über Sozialreformen konterte Thorsten Frei, Chef des Bundeskanzleramts, gelassen einen solchen voreiligen Vorwurf. Kritiker:innen werfen Klamroth vor, er habe Schwierigkeiten mit autoritärer Führung und scheitere daran, chaotische Diskussionen souverän zu steuern.

Unter Plasberg lief "hart aber fair" mit etwa 38 Folgen pro Jahr – in 21 Jahren kamen so fast 800 Sendungen zusammen. Klamroth übernahm zunächst den gewohnten wöchentlichen Montagstermin und produzierte 52 Folgen jährlich. Doch die ARD-Entscheidung, seine Rolle zurückzufahren, deutet auf tiefere Bedenken hin. Dem Sender bietet seine Produktionsfirma Florida Factual zwar Verträge für kleinere Online-Formate an – ein schwacher Trost für den Verlust der Primetime-Präsenz.

Die Maßnahme offenbart auch die begrenzten Alternativen der ARD. Kaum interne Kandidat:innen scheinen bereit, die exponierte Position zu übernehmen, sodass der Sender vorerst auf Klamroth setzen muss – trotz seiner Schwächen. Manche beobachter:innen regen an, er könnte von einer Phase mit weniger Druck profitieren, um seine Fähigkeiten zu verfeinern, bevor er ins Rampenlicht zurückkehrt.

Ab 2025 wird Klamroth nur noch 15 Folgen pro Jahr moderieren – ein Rückgang von 30 im Jahr 2024. Seine Produktionsfirma erhält zwar kleinere Online-Projekte, doch die Primetime-Reduzierung markiert einen deutlichen Einschnitt. "hart aber fair" läuft zwar weiter, doch mit einem Moderator, der in einer anspruchsvollen Rolle noch nach seinem Stand sucht.

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