Anke Engelke bei der Deutschen Bahn: Von der Logistik zur umstrittenen Werbekampagne

Elfie Ziegert
Elfie Ziegert
2 Min.
Ein Schwarz-Weiß-Cartoon von einer Gruppe von Menschen, die vor einem Zug stehen und nach oben schauen, mit dem Text "humoristische Listen 18" auf einem Blatt Papier.Elfie Ziegert

Anke Engelke bei der Deutschen Bahn: Von der Logistik zur umstrittenen Werbekampagne

Komikerin und Schauspielerin Anke Engelke übernahm einst einen ungewöhnlichen Job – bei der Deutschen Bahn. Doch sie fuhr nicht einfach nur mit dem Zug, sondern arbeitete in der Logistik, assistierte als Zugbegleiterin und drehte sogar eine Webserie für das Unternehmen. Ihre Erfahrungen sorgten später für Kontroversen, als eine teure Werbekampagne mit ihr in der Hauptrolle auf Kritik stieß – vor allem wegen ungelöster Sicherheitsprobleme beim Bahnbetreiber.

Engelkes Zeit bei der Deutschen Bahn begann mit praktischen Tätigkeiten: Sie wurde in der Logistik geschult, unterstützte das Zugpersonal und erhielt Coachings zum Umgang mit schwierigen Fahrgästen. Anschließend besetzte das Unternehmen sie in der zehnteiligen Webserie "Boah, Bahn!", in der sie Tina spielte – eine fiktive Zugmanagerin.

Doch das Projekt geriet in die Kritik. Die Deutsche Bahn startete die 7-Millionen-Euro-Werbekampagne "Boah, Bahn!" mit Engelke als Aushängeschild. Gegner, darunter Politiker und Gewerkschaften, warfen dem Unternehmen vor, das Geld hätte dringender in Sicherheitsmaßnahmen fließen sollen. Sie verwiesen auf Forderungen nach 100 zusätzlichen Sicherheitskräften, besseren Pausenräumen und Körperkameras für Mitarbeiter – alles unerfüllte Bedarfe.

Engelke selbst bleibt eine häufige Bahnfahrerin. Sie trägt stets eine Maske zum Schutz und berichtet, dass Fahrgäste sie oft freundlich behandeln – möglicherweise, weil sie sie aus ihren Auftritten kennt. Neben der Bahn hat sie auch andere Berufe ausprobiert, etwa bei der Ernte in einem Bio-Kosmetikunternehmen.

Die Reaktionen auf die Kampagne offenbarten tiefere Probleme: Zwar brachte Engelkes Mitwirkung Unterhaltung, doch die Ausgaben standen im Widerspruch zu den anhaltenden Sorgen um Arbeitsbedingungen und Sicherheit bei der Deutschen Bahn.

Die "Boah, Bahn" Kampagne mit Engelke zog vor allem wegen der hohen Kosten Aufmerksamkeit auf sich – und das angesichts ungelöster Sicherheitsdefizite. Gewerkschaften und Politiker argumentierten, das Geld hätte stattdessen in dringende Verbesserungen fließen sollen. Engelkes eigene Erfahrungen beim Bahnbetreiber zeigten unterdessen ihre Bereitschaft, sich auf unterschiedliche Rollen einzulassen – sowohl vor als auch hinter der Kamera.

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