Hunderte Apotheken drohen zu schließen – Verband fordert dringend höhere Gebühren

Magdalena Hertrampf
Magdalena Hertrampf
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Eine Apotheke namens "Die Generics Apotheke" umgeben von Gebäuden, Strommasten, Werbetafeln, Zimmerpflanzen, Fahrzeugen auf der Straße, unter einem klaren blauen Himmel.Magdalena Hertrampf

Hunderte Apotheken drohen zu schließen – Verband fordert dringend höhere Gebühren

Apotheken in ganz Deutschland stehen unter wachsendem finanziellen Druck – viele drohen zu schließen. Der Apothekerverband Niedersachsen (LAV) warnt, dass ohne schnelles Handeln Hunderte weitere Apotheken ihre Türen für immer schließen könnten. Damit würden lokale Arbeitsplätze und medizinische Versorgungsleistungen wegbrechen. Der Verband fordert nun eine deutliche Erhöhung der Abgabegebühr, um die Existenz der betroffenen Betriebe zu sichern.

Der LAV verlangt eine sofortige Anhebung der Rezeptgebühr auf mindestens 9,50 Euro pro Verordnung. Die niedersächsischen Apotheker gehen noch weiter: Sie fordern 12 Euro, um das Überleben ihrer Betriebe zu garantieren. Die aktuelle Fassung des Apotheken-Versorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) werde die Schließungswelle nur beschleunigen, so die Kritik – allein 2023 mussten bereits über 500 Apotheken dichtmachen.

Apotheken sind nicht nur gesundheitlich systemrelevant, sondern auch wirtschaftliche Stützen vor Ort: Als Steuerzahler stärken sie die kommunalen Haushalte. Viele sind kleine oder mittlere Familienbetriebe, die in ländlichen Regionen und Kleinstädten dringend benötigte Arbeitsplätze bieten. Zudem zeichnet sich die Branche durch flexible Arbeitszeitmodelle aus, die es Beschäftigten – insbesondere Frauen – ermöglichen, Beruf und Familie besser zu vereinbaren.

89,2 Prozent der Beschäftigten in öffentlichen Apotheken sind Frauen – ein Beleg für die enorme Bedeutung des Sektors als Arbeitgeberin für Frauen. Doch mit der zunehmenden finanziellen Belastung werden Stellenstreichungen unvermeidbar. Der LAV betont: Ohne höhere Gebühren wird die Schließungswelle anhalten, mit gravierenden Folgen für die Arzneimittelversorgung und die medizinische Beratung in den Kommunen.

Der Verband pocht auf mehr wirtschaftliche Unterstützung, um diese lebenswichtigen lokalen Dienstleistungen zu erhalten. Andernfalls drohe ein weiterer Rückgang der Apothekenlandschaft – mit Versorgungslücken und Arbeitsplatzverlusten in ganz Deutschland.

Hintergrund der Forderungen nach höheren Abgabegebühren ist die prekäre finanzielle Lage vieler Apotheken. Werden die geplanten Erhöhungen abgelehnt, müssen mit weiteren Schließungen und Entlassungen gerechnet werden – vor allem in kleineren Städten. Die Entscheidung wird in den kommenden Jahren direkte Auswirkungen auf die medizinische Versorgung und die lokale Wirtschaft haben.

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