Freenet-Kundin zahlt jahrelang für Abos – die sie nie bestellt hatte

Magdalena Hertrampf
Magdalena Hertrampf
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Ein Schwarz-Weiß-Plakat mit einer Betrugswarnung, das den Text 'Carlsbad Spruud Salt' und ein Firmenlogo zeigt.Magdalena Hertrampf

Freenet-Kundin zahlt jahrelang für Abos – die sie nie bestellt hatte

Eine Freenet-DSL-Kundin in Niedersachsen wurde mit 545 Euro für Leistungen belastet, die sie nie bestellt hatte. Die unerwünschten Abonnements blieben jahrelang unbemerkt – erst als sie ihren Mobilfunkvertrag kündigen wollte, deckte sie die unautorisierten Buchungen auf. Verbraucherschützer warnen, dass es sich dabei um ein systematisches Problem handelt: Immer wieder sehen sich Kunden nach Werbeanrufen mit versteckten Kosten konfrontiert.

Der Fall begann, als die Frau ein kostenloses Probeabo des IPTV-Dienstes Waipu.tv annahm. Ohne ihr Wissen wurde sie zusätzlich in einen nicht näher benannten Cloud-Dienst eingeschrieben. Nach deutschem Recht sind Verträge jedoch nur mit ausdrücklicher Zustimmung gültig – Betroffene können daher unautorisierte Abbuchungen anfechten.

Freenet erstattete zunächst nur 2,99 Euro, obwohl der volle Betrag abgebucht worden war. Erst nach Einschaltung der Verbraucherzentrale erhielt die Kundin die gesamten 545 Euro zurück. Experten verweisen auf ein wiederkehrendes Muster: Verbraucher werden in dem Glauben gelassen, für die Aktivierung seien weitere Schritte nötig – während die Abrechnung sofort beginnt.

Der Vorfall wirft zudem Fragen zu Werbeanrufen auf. Laut deutscher Regelungen sind solche Anrufe nur mit vorheriger Einwilligung zulässig, und Kunden können sie jederzeit widersprechen. Behörden raten dazu, nach Werbekontakten Kontoauszüge zu prüfen und unbekannte Belastungen umgehend zu reklamieren.

Betroffene haben mehrere Möglichkeiten, gegen solche Praktiken vorzugehen: – Sie können ihre Bank schriftlich über nicht autorisierte Abbuchungen informieren und das Geld zurückfordern – innerhalb von acht Wochen bei regulären Fällen oder bis zu 13 Monaten bei unautorisierten Lastschriften. – Eine Anzeige bei der Polizei, eine kostenlose Beratung bei der Verbraucherzentrale oder der Widerruf von Verträgen innerhalb von 14 Tagen sind weitere Optionen. – Bei Anbietern wie Freenet DLS können Kunden unerwünschte Verträge selbst nach Ablauf der Frist anfechten und kündigen.

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