Frankfurter Buchmesse 2025: Zwischen Raketen, Lego-Schlachten und literarischem Kern

Elfie Ziegert
Elfie Ziegert
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Ein altes Buch mit einer Zeichnung eines Mannes, der eine Rakete hält, mit der Inschrift "Die Kriegsgeister" auf der Seite.Elfie Ziegert

Frankfurter Buchmesse 2025: Zwischen Raketen, Lego-Schlachten und literarischem Kern

Die Frankfurter Buchmesse nimmt in diesem Jahr eine unerwartete Wendung. Was Besucher in diesem Jahr auf der Frankfurter Buchmesse erwartet, geht über literarische Debatten und kulturelle Ausstellungen hinaus: Zwischen Büchern und Lesungen finden sich plötzlich militärische Ausrüstungsgegenstände und raumfahrtthematische Installationen. Eine riesige Rakete im Innenhof und ein mit Lego gefüllter Frühstücksraum in einem Hotel sorgen für Neugier – und teilweise auch für Kritik. Im zentralen 'Agora'-Bereich der Messe thront nun ein auf einem Lkw montiertes Raumschiff, das zunächst für militärisches Gerät gehalten wurde. Die Veranstalter klärten später auf, es handele sich um eine pädagogische Attraktion für Kinder, die spielerisch an die Raumfahrt heranführen solle. Doch die Präsenz eines derart großen, ungewöhnlichen Objekts lenkt die Gespräche von Büchern und Politik ab. Gleich nebenan hat ein Hotel im Stadtteil Sachsenhausen seinen Frühstücksraum in ein 'Star Wars'-Schlachtfeld verwandelt – komplett mit Lego-Raumschiffen und Kriegsmaschinen. Die verspielt anmutende Inszenierung steht in krassem Kontrast zum gewohnten Charakter der Messe und lässt manche Teilnehmer fragen, ob der Fokus auf Literatur allmählich verloren geht. An anderer Stelle präsentiert ein kleiner Verlag ein Modell des 'Maiale', eines Torpedos aus dem Zweiten Weltkrieg, der an einen Roman über einen Faschisten und einen spanischen Buchhändler angebunden ist. Unterdessen dominieren auf Podiumsdiskussionen Themen wie Korruption, Compliance und persönliche Ethik – Begriffe wie 'charakterschwach' werden dabei besonders kontrovers diskutiert, vor allem im Zusammenhang mit Politikern wie Markus Söder. Sogar das kulinarische Angebot hat sich gewandelt: Die österreichische Delegation serviert statt des üblichen Schnitzels diesmal Kartoffelsuppe – passend zur sich verändernden Ausrichtung der Messe. Hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, die Bundeswehr nutze die Raketenausstellung möglicherweise als Werbeinstrument, um Fachkräfte zu rekrutieren. Die Messe selbst wächst weiter: 238.000 Besucher zählte die Ausgabe 2025. Seit 2016 zeigt der Bereich 'The Arts+' auf 2000 Quadratmetern virtuelle Realität, 3D-Druck und Künstlerbücher. Nachhaltigkeitsinitiativen – etwa der Ersatz des roten Teppichs durch recycelbare Materialien – bleiben ein zentrales Anliegen, ebenso wie das bewährte Gastlandprogramm. Die Raketen und militärisch geprägten Exponate ziehen zwar Blicke auf sich, doch nicht alle Reaktionen sind positiv. Manche fürchten, die Messe entferne sich zu sehr von ihrem literarischen und kulturellen Kern. Fest steht: Mit Raumfahrtinstallationen, historischen Modellen und ethischen Debatten ist diese Ausgabe einzigartig – und anders als alle vorherigen.

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