VW stoppt ID. Buzz in den USA – zu teuer und ohne Förderung
Magdalena HertrampfVW stoppt ID. Buzz in den USA – zu teuer und ohne Förderung
Volkswagen Nutzfahrzeuge hat die Produktion und den Verkauf des ID. Buzz für den US-Markt 2026 eingestellt. Der Schritt folgt auf eine schwache Nachfrage: In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 wurden weniger als 5.000 Einheiten abgesetzt. Hohe Preise und der Wegfall von staatlichen Fördergeldern aufgrund des Produktionsstandorts trugen zur zögerlichen Marktakzeptanz bei.
Unterdessen hat die VW-Tochter MAN mit den Arbeitnehmervertretern eine Vereinbarung getroffen, nach der in den kommenden zehn Jahren 2.300 Stellen in Deutschland abgebaut werden sollen. Die Einigung sieht zudem Investitionen in Höhe von knapp einer Milliarde Euro vor und schließt betriebsbedingte Kündigungen bis 2035 aus.
Der ID. Buzz hatte es trotz des Volkswagen-Kurses in Richtung Elektromobilität schwer auf dem US-Markt. Preisprobleme und die fehlende Förderfähigkeit machten das Modell weniger wettbewerbsfähig – mit der Folge, dass der Konzern die Pläne für das Modelljahr 2026 auf Eis legte.
Bei MAN zielt der Stellenabbau auf Effizienzsteigerungen über einen Zeitraum von zehn Jahren ab. Die Vereinbarung garantiert, dass es bis 2035 keine betriebsbedingten Entlassungen geben wird, und sichert langfristige Investitionen zu. Dies steht im Kontext des allgemeinen Kostendrucks in der Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen.
Finanziell verzeichnete Volkswagen Nutzfahrzeuge eine Verdopplung der globalen Auslieferungen von Elektrofahrzeugen auf 65.900 Einheiten. Dennoch verlor die Aktie seit Januar 3,20 % und notiert derzeit bei 102,90 Euro. Die Analystenmeinungen gehen auseinander: Während die Bank of America aufgrund des starken Modellzyklus 2026 bei "Kaufen" bleibt, stuft Bernstein Research die Aktie mit "Market-Perform" ein. Technisch gilt der Wert derzeit als überverkauft, mit einem RSI von 27,8.
Volkswagen hat bisher keine konkreten Maßnahmen zur Senkung der hohen Anpassungskosten für den US-Markt bei Elektrofahrzeugen bekannt gegeben. Auch ein Zeitplan für mögliche Änderungen fehlt.
Die Einstellung des ID. Buzz in den USA spiegelt die anhaltenden Herausforderungen bei Preisgestaltung und Marktnachfrage wider. MANs Stellenabbau und Investitionsplan sollen dagegen die langfristige Stabilität der Nutzfahrzeugsparte sichern. Gleichzeitig bewerten Analysten weiterhin die Aktienperformance des Konzerns vor dem Hintergrund des Elektroauto-Wachstums und der allgemeinen Marktbedingungen.






