Tödlicher Angriff durch American Bully XL: Wesenstest entscheidet über Hundeschicksal
Franjo HandeAggressiv oder gefährlich? Wenn Hunde eine Temperamentsprüfung absolvieren müssen - Tödlicher Angriff durch American Bully XL: Wesenstest entscheidet über Hundeschicksal
In Lohne in Niedersachsen ist ein Mann nach einem Angriff durch seinen eigenen American Bully XL gestorben. Die Behörden haben nun eine Wesensprüfung des Hundes angeordnet, um über dessen weiteres Schicksal zu entscheiden.
Der Test soll klären, ob der Hund vermittelt, einer Verhaltenstherapie unterzogen oder eingeschläfert werden muss.
Derzeit wird der Hund in einem Tierheim untergebracht, während er auf eine tierärztliche Untersuchung wartet. Sobald diese abgeschlossen ist, durchläuft er einen standardisierten Wesenstest nach dem VDH/KfT-Verfahren für Begleithunde.
Die Prüfung umfasst 17 Übungen, in denen das Verhalten des Hundes gegenüber Fremden, seine Verspieltheit, Abwehrreaktionen und sogar seine Toleranz gegenüber lauten Geräuschen wie Schüssen bewertet werden. Ein zugelassener Tierarzt mit spezieller Ausbildung führt den Test in einer zertifizierten Einrichtung durch, etwa in einem Verein, der dem Deutschen Rottweiler-Klub oder ähnlichen Zuchtverbänden angeschlossen ist.
Zum Verfahren gehören auch ein Gespräch mit dem Halter sowie Beobachtungen des Hundes in nachgestellten Alltagssituationen. Besteht der Hund die Prüfung, darf er unter Umständen zu seinem Besitzer zurückkehren – allerdings unter strengen Auflagen wie Maulkorb- oder Leinenpflicht in der Öffentlichkeit.
Unterdessen ermitteln die Behörden weiterhin zu den Umständen des tödlichen Angriffs.
Eine Einschläferung kommt nur infrage, wenn der Hund als dauerhafte Gefahr für Menschen eingestuft wird oder wenn eine medizinische Ursache für seine Aggression diagnostiziert wird.
Das Ergebnis des Wesenstests wird über die Zukunft des Hundes entscheiden. Je nach Ausgang könnte er vermittelt, mit Auflagen an den Halter zurückgegeben oder eingeschläfert werden.
Auch die Ermittlungsergebnisse der Polizei zum Vorfall könnten in die endgültige Entscheidung einfließen.






