Dramatischer Artenschwund: Jede dritte heimische Tierart in Niedersachsen und Bremen bedroht
Elfie ZiegertDramatischer Artenschwund: Jede dritte heimische Tierart in Niedersachsen und Bremen bedroht
Aktualisierte Rote Listen für Nagetiere und Heuschrecken in Niedersachsen und Bremen zeigen dramatischen Rückgang heimischer Arten
Eine umfassende Überarbeitung der Roten Listen für Nagetiere und Heuschrecken in Niedersachsen und Bremen fördert besorgniserregende Rückgänge heimischer Wildtiere zutage. Mehr als ein Drittel der bewerteten Säugetierarten ist mittlerweile vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden. Die zwischen 2023 und 2025 koordinierte Neubearbeitung erfolgte unter Beteiligung von Expert:innen aus Naturschutzbehörden, Universitäten und Umweltverbänden.
Die größten Bedrohungen für heimische Nagetiere sind der Verlust von Lebensräumen durch intensive Landwirtschaft und Flächenversiegelung. Eingeschleppte Arten wie Waschbären, der Klimawandel und der Einsatz von Pestiziden haben zudem die Bestände von Bilchen und Erntemäusen auf kritisch niedrige Zahlen gedrückt. Besonders betroffen sind Fledermäuse und kleine Säugetiere – so gelten das Graue Langohr und der Europäische Hamster nun als vom Aussterben bedroht.
Auch Heuschrecken leiden unter ähnlichen Belastungen: Von den 53 regelmäßig vorkommenden Arten der Region sind 14 gefährdet. Sommerliche Dürreperioden und veränderte Landnutzung haben ihre Lebensräume schrumpfen lassen, während sich einige hitzetolerante Arten aufgrund steigender Temperaturen ausbreiten konnten. Gleichzeitig wurden Igel auf die Vorwarnliste gesetzt, da sie durch Straßenverkehr und robotergesteuerte Rasenmäher bedroht sind.
Trotz der Verluste gibt es auch Erfolgsmeldungen: Luchse, Seehunde, Wölfe und Biber – einst in Niedersachsen ausgestorben – kehren in ihre angestammten Gebiete zurück. Naturschützer:innen betonen, dass vielfältige Lebensräume und gezielte Schutzmaßnahmen entscheidend sind, um die verbleibende Tierwelt zu bewahren.
Die überarbeiteten Roten Listen bestätigen, dass mindestens ein Drittel der heimischen Säugetiere und Heuschrecken in der Region mittlerweile bedroht oder ausgestorben ist. Zwar profitieren einige Arten von wärmeren Bedingungen, doch die meisten leiden unter den Folgen menschlicher Aktivitäten und des Umweltwandels. Behörden und Forscher:innen überwachen die Bestände weiterhin und setzen sich für strengere Schutzvorkehrungen ein.






