CSU-Mitglied verteilt 500.000 bayerische Hymnen-Texte – doch wie steht es um die Europahymne?
Elfie ZiegertCSU-Mitglied verteilt 500.000 bayerische Hymnen-Texte – doch wie steht es um die Europahymne?
Ein langjähriges Mitglied der bayerischen CSU hat über eine halbe Million Karten mit dem Text der bayerischen Hymne verteilt. Mit der Aktion soll das Wissen über das Lied verbessert werden, da viele Einheimische nur die erste Zeile kennen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie gut Politiker die Hymne der Europäischen Union kennen – ein instrumentales Stück, das auf Beethovens Neunter Sinfonie basiert.
Rudolf Hierl, ehemaliger Münchner Stadtrat und CSU-Mitglied, initiierte die Verteilung von 500.000 Textkarten. Sein Ziel war klar: Den Bayern soll ihre Landeshymne über die berühmten Anfangsworte hinaus vertraut werden. Die Kampagne erinnert an ein ähnliches Projekt von Franz Beckenbauer – nicht dem Fußballspieler, sondern einem Münchner Schlössermeister und CSU-Ehrenmitglied –, der sich bereits vor Jahrzehnten für die Verbreitung des Liedes einsetzte.
Die Europahymne hingegen hat keinen offiziellen Text. Abgeleitet von Beethovens An die Freude steht sie für Einheit, Frieden und Freiheit in den Mitgliedsstaaten. Die ursprüngliche Sinfonie enthält poetische Bezüge zu "Elysium" und einem "Cherub", doch diese Worte werden in der EU-Version nie gesungen. Aktuelle Diskussionen zeigen Wissenslücken bei Politikern über Hymnen auf. Markus Söder, Bayerns bekannter Ministerpräsident, gab zu, die Worte der Europahymne möglicherweise nicht zu kennen – eine Aussage, die eine leichte Debatte über politische Bildung auslöste.
Die bayerische Hymnen-Kampagne rückt regionale Identität und kulturelles Gedächtnis in den Fokus. Mit den nun weit verbreiteten Textkarten hoffen die Organisatoren, dass mehr Einwohner den vollständigen Liedtext lernen. Die EU-Hymne hingegen bleibt eine wortlose Melodie, die gemeinsame Werte symbolisiert – auch wenn ihre poetischen Ursprünge weniger bekannt sind.






