24 December 2025, 04:59

Zwischen Bildschirm und Einsamkeit: Wie Senioren zurückgelassen werden

Eine Band performs auf der Bühne mit verschiedenen Musikinstrumenten und Mikrofonen, ein digitaler Bildschirm hinter ihnen zeigt ihre Performance und ein Publikum schaut ihnen zu.

Zwischen Bildschirm und Einsamkeit: Wie Senioren zurückgelassen werden

In Deutschland bleiben Millionen ältere Menschen offline – und kämpfen damit, mit dem rasanten digitalen Wandel Schritt zu halten. Rund ein Drittel der über 65-Jährigen nutzt das Internet selten oder nie, viele fühlen sich abgehängt. In Niedersachsen engagieren sich nun Unterstützungsnetzwerke, um diese Kluft zu überbrücken.

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In ganz Niedersachsen helfen ein Mix aus Kursen, Beratungsstellen und lokalen Projekten Senioren, sich in der digitalen Welt zurechtzufinden. Kathrin Bartsch, Beraterin bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen, arbeitet mit älteren Bürgerinnen und Bürgern zusammen, um sowohl ihre Neugier als auch ihre Ängste im Umgang mit Technik zu bewältigen. Ihre Arbeit steht exemplarisch für die Bemühungen, digitale Ausgrenzung zu verringern.

Besonders auf dem Land stellen schlechte Netzanbindung und begrenzter Zugang zu Dienstleistungen eine Herausforderung dar. Um auch abgelegene Kundinnen und Kunden zu erreichen, plant die Braunschweiger Landessparkasse (BLSK) den Einsatz eines mobilen Bankbusses in Regionen, in denen Filialen geschlossen wurden. Die Bank setzt zudem auf generationenübergreifende Projekte und ein spezielles Kundenservicecenter, das ältere Menschen beim Online-Banking unterstützt.

Doch nicht alle Lösungen setzen auf digitale Werkzeuge. Friedrich Stubbe, Landesvorsitzender des Sozialverbands VdK Niedersachsen-Bremen, plädiert dafür, analoge Angebote parallel zu digitalen beizubehalten. Er betont, dass ältere Generationen, Menschen mit Behinderungen und Technik-Unkundige nicht in ein System gedrängt werden dürfen, das sie verunsichert oder ausschließt.

Das Problem beschränkt sich nicht auf Niedersachsen. Bundesweit leben etwa 2,8 Millionen Menschen komplett offline – allein in dieser Region sind es Zehntausende. Zwar wächst das Unterstützungsnetz, doch die ungleiche Digitalisierung, vor allem in ländlichen „Funklöchern“, bleibt für viele ein Hindernis.

Die Bemühungen, die digitale Kompetenz von Senioren zu stärken, werden ausgeweitet – doch Lücken bleiben. Banken, Beratungsstellen und lokale Initiativen passen ihre Angebote weiter an, um sicherzustellen, dass niemand ohne Hilfe bleibt. Fürs Erste muss der Kampf für digitale Teilhabe neue Technologien mit zugänglichen Alternativen für diejenigen verbinden, die sie brauchen.