15 January 2026, 16:01

Zuckerpreise auf Talfahrt: Nordzucker kämpft mit Millionenverlusten und globalem Überangebot

Ein Plakat, das eine Zuckerfabrik in New Orleans mit von Pferden gezogenen Wagen zeigt, die mit Menschen, Gebäuden und Pfählen im Hintergrund gefüllt sind, mit der Beschriftung "New Orleans Richard Milliken Sugar Factory" unten.

Nordzucker fürchtet hohe Verluste trotz stabiler Kampagne - Zuckerpreise auf Talfahrt: Nordzucker kämpft mit Millionenverlusten und globalem Überangebot

Die weltweiten Zuckerpreise sind auf den niedrigsten Stand seit 2021 gefallen und setzen die Hersteller stark unter Druck. Der große Zuckerproduzent Nordzucker rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem operativen Verlust im hohen zweistelligen Millionenbereich. Für 2026/27 erwartet das Unternehmen weitere Verluste, bevor im Folgejahr wieder die Rückkehr in die Gewinnzone gelingen soll.

Trotz der finanziellen Rückschläge verzeichnete Nordzucker starke Produktionszahlen. Begünstigt durch günstiges Wetter und einen höheren Zuckergehalt in den Ernten lagen die Rübenerträge an allen Standorten über dem Durchschnitt. In Australien verarbeitete das Unternehmen während der letzten Erntesaison 4,8 Millionen Tonnen Zuckerrohr.

Das Unternehmen beschäftigt rund 4.100 Mitarbeiter an 19 Standorten in Europa und Australien, wobei die wichtigsten deutschen Produktionsstätten in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt angesiedelt sind. Doch die Herausforderungen bleiben groß: Die schwankenden Zuckerpreise, angetrieben durch ein globales Überangebot, belasten weiterhin die Umsätze. Steigende Energie- und Rohstoffkosten – befeuert durch Inflation und geopolitische Spannungen – verschärfen die Lage zusätzlich. Strengere EU-Nachhaltigkeitsvorschriften zu Emissionen und Wasserverbrauch erfordern weitere Investitionen. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb durch Niedrigpreis-Anbieter wie Brasilien und Indien. Zudem bedroht der Klimawandel künftige Erträge, da Dürren und Schädlinge die Rübenproduktion gefährden.

Nordzuckers Finanzvorstand Alexander Bott hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Geschäftsjahr 2027/28 wieder profitabel zu wirtschaften. In den kommenden Jahren muss das Unternehmen eine Mischung aus Marktinstabilität, regulatorischen Anforderungen und ökologischen Herausforderungen bewältigen. Vorerst bieten die hohen Produktionsvolumina jedoch eine gewisse Widerstandsfähigkeit in der aktuellen finanziellen Talfahrt.

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