05 January 2026, 00:38

Niedersachsens Gastgewerbe kämpft um ausländische Fachkräfte trotz wachsender Abhängigkeit

Ein Tisch mit weißer Decke, Tellern, Besteck und einem Glas, umgeben von Stühlen, mit einem grünen Tisch dahinter; ein Mann in einem schwarzen Blazer und eine Frau in der Nähe einer Tür mit der Aufschrift 'Ausgang', mit zwei Männern dahinter.

Niedersachsens Gastgewerbe kämpft um ausländische Fachkräfte trotz wachsender Abhängigkeit

Aktuelle Nachrichten: Niedersachsens Gastgewerbe setzt zunehmend auf ausländische Arbeitskräfte

Die Branche in Niedersachsen greift immer stärker auf Fachkräfte aus dem Ausland zurück, um Personalengpässe zu schließen. Besonders in Regionen wie dem Harz, der Nordseeküste und den Ostfriesischen Inseln tun sich Betriebe jedoch schwer, ausländische Mitarbeiter langfristig zu gewinnen und zu halten – wegen strenger Auflagen und struktureller Hürden. Zwar sind diese Arbeitskräfte unverzichtbar, doch viele wandern früher oder später in größere Städte ab oder scheitern an bürokratischen Hindernissen.

Auf den Ostfriesischen Inseln stammt mittlerweile fast die Hälfte aller Beschäftigten im Gastgewerbe aus dem Ausland. Vor allem aus Rumänien, Polen, der Ukraine, Vietnam, Italien und Kroatien rekrutieren Hotels und Restaurants einen Großteil ihrer Saisonkräfte. Ähnlich sieht es an der Nordseeküste aus: 2024 arbeiteten dort über 36 Prozent der Angestellten in der Branche mit ausländischem Pass.

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Auch der Harz ist auf internationale Fachkräfte angewiesen, doch die Fluktuation bleibt hoch. Viele wechseln nach kurzen Einsätzen in städtische Ballungsräume. Gesucht werden nicht nur Servicekräfte, sondern zunehmend auch qualifiziertes Personal wie Köche – doch langfristige Bindungen scheitern oft an den Rahmenbedingungen. Die Anwerbung gestaltet sich komplex: Bewerber aus Drittstaaten benötigen einen Arbeitsvertrag, nachweisbare Sprachkenntnisse (je nach Fall zwischen A1 und C1) sowie anerkannte Berufsabschlüsse. Verzögerungen bei Visaanträgen in Botschaften und unterbesetzte Auslandsbehörden verlängern die Verfahren zusätzlich. Unternehmen müssen zudem ihre finanzielle Stabilität nachweisen und die Arbeitsagentur einbinden – was den bürokratischen Aufwand erhöht.

In der Lüneburger Heide bleibt die Einstellung ausländischer Kräfte bisher ein Einzelfall mit wenig nachhaltigen Erfolgen. Die Landesregierung Niedersachsens unterstützt hingegen gezielt die Anwerbung in Marokko. Entscheidend für eine gelungene Integration sind oft bereits bestehende Migrantengemeinschaften und die Stärke der Touristensaison.

Ausländische Arbeitskräfte sind für das Gastgewerbe in Niedersachsen – besonders in Küsten- und Bergregionen – längst unverzichtbar. Doch starre Aufenthaltsregeln, lange Bearbeitungszeiten und die Konkurrenz der Städte erschweren eine dauerhafte Beschäftigung. Ohne Reformen dieser Hindernisse könnte der Fachkräftemangel in Schlüsselpositionen weiter bestehen.