Warum *Dinner for One* seit Jahrzehnten unser Silvester-Ritual prägt
Warum *Dinner for One* seit Jahrzehnten unser Silvester-Ritual prägt
Jedes Jahr an Silvester schalten Millionen Menschen im deutschsprachigen Europa ein, um Dinner for One zu sehen – eine kurze Komödie, die in einem englischen Salon um das Jahr 1900 spielt. Die Handlung folgt Miss Sophie, einer 90-jährigen Aristokratin, die ein Geburtstagsdinner für vier längst verstorbene Freunde ausrichtet – alle dargestellt von ihrem zunehmend betrunkenen Butler James. Was als formelles Mahl beginnt, artet bald in eine Farce aus, die scharfe Gesellschaftskritik mit Slapstick-Humor verbindet.
Die Szene spielt in einem großbürgerlichen, aber heruntergekommenen Herrenhaus, in dem Miss Sophie beharrlich an der Tradition festhält. Ihr Geburtstagsmenü folgt einem starren, mehrgängigen Ablauf, bei dem zu jedem Gang ein eigenes Getränk serviert wird – ein Verweis auf den kolonialzeitlichen Überfluss und die Rituale der Oberschicht. James, ihr treuer Butler, schlüpft pflichtbewusst in die Rollen der vier Verstorbenen, stößt bei jedem Gang mit ihr an und wird dabei immer betrunkener. Sein verzweifelter Versuch, die Fassade zu wahren, bildet den Kern der Komik: Er stolpert über seine Texte, verschüttet Getränke und stürzt über den Tigerfell-Teppich – ein Requisit, das zugleich als Symbol einer bröckelnden sozialen Ordnung steht.
Zwischen Miss Sophie und James besteht eine jahrzehntelange Beziehung, geprägt von Zuneigung und den Zwängen ihrer Rollen. Im Laufe des Abends versinkt James immer tiefer in die Identitäten der abwesenden Gäste, seine Darstellung wird zunehmend entgleisend. Das einstige Schaufenster aristokratischer Pracht überlebt nur noch als leere Inszenierung, in der der Butler die Plätze seiner früheren Herren einnimmt. Die Genialität des Sketches liegt in seiner Kürze: In weniger als 20 Minuten verdichtet er Themen wie Einsamkeit, Rituale und den Niedergang der britischen Upperclass. Die Absurdität der Szene spiegelt die Leere des Silvesterabends selbst wider – ein Fest, das oft von erzwungener Fröhlichkeit und Rückschau geprägt ist. Dinner for One fängt diesen Widerspruch ein und verwandelt ein einsames Ritual in ein geteiltes kulturelles Erlebnis.
Freddie Frinton, der Darsteller des James, wurde 1909 in London geboren, doch seine Verkörperung des Butlers machte ihn weit über Großbritannien hinaus unsterblich – besonders in Deutschland, wo der Sketch seit den 1960er-Jahren jährlich ausgestrahlt wird.
Die anhaltende Beliebtheit des Stücks gründet auf seiner Fähigkeit, Humor und Melancholie zu verbinden. Es zeigt Einsamkeit im Alter als leisen, fast alltäglichen Teil des Lebens, in dem Rituale Halt und Würde verleihen. Für das Publikum ist das jährliche Anschauen längst selbst zur Tradition geworden – eine Erinnerung daran, wie Inszenierung, selbst in ihrer Absurdität, die Lücken füllen kann, die Zeit und Wandel hinterlassen.
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