Senta Berger erzählt von Musik, Krieg und der Kraft der Familie
Magdalena HertrampfTränen bei der Erinnerung an ihren Vater - Senta Berger erzählt von Musik, Krieg und der Kraft der Familie
Schauspielerin Senta Berger teilte bei einer Veranstaltung in München persönliche Erinnerungen an das musikalische Erbe ihrer Familie. Im Künstlerhaus blickt die 84-Jährige auf ihr Leben mit ihrem verstorbenen Mann, dem Filmemacher Michael Verhoeven, und ihrem Vater, dem Komponisten Josef Berger, zurück – drei Schicksale, die von Musik, Krieg und Widerstandskraft geprägt waren.
Bergers früheste musikalische Erinnerung führt in eine enge Wiener Wohnung ihrer Kindheit zurück. Dort spielte ihr Vater, Josef Berger, nach langen Arbeitstagen am Klavier Brahms’ „Guten Abend, gute Nacht“. Obwohl er als Musiker ausgebildet war, musste Josef Berger im Zweiten Weltkrieg seine Laufbahn aufgeben. Stattdessen übernahm er widerwillig den elterlichen Metallschleifereibetrieb – einen Ort, den seine Tochter später als „Hölle“ beschrieb: voller ohrenbetäubender Schleifsteine und ätzender Säurebäder.
Doch trotz aller Entbehrungen blieb die Musik ein Zufluchtsort. Josef Berger komponierte und spielte weiter, füllte das bescheidene Zuhause mit Melodien. Seine Werke inspirierten sogar seinen Schwiegersohn Michael Verhoeven, der sie später in seinen Filmen verwendete. Die beiden Männer verband eine tiefe, schöpferische Freundschaft. Bei der Münchner Veranstaltung sprach Berger offen über den Verlust ihres Mannes, der im April 2024 nach 58 Ehejahren starb. Ihre Söhne Simon und Luca Verhoeven waren anwesend; Simon erinnerte sich, wie seine Eltern oft miteinander tanzten. Für Berger war Musik – besonders die von Strauss, Mahler, Bruckner und Dvořák – stets Trost und ein roter Faden, der sie mit der Vergangenheit ihres Vaters und ihrem eigenen Leben verbindet.
Ihre Schilderungen zeichneten das Bild einer Familie, die selbst in schweren Zeiten durch die Musik zusammengehalten wurde. Die Kompositionen ihres Vaters, die Filme ihres Mannes und ihre eigene Liebe zur klassischen Musik prägen ihre Geschichte bis heute. Die Veranstaltung in München war zugleich Hommage und Mahnmal dafür, wie Kunst Generationen überdauert.






