Rohe Gewalt
Roh zärtlich
Ashkan Shabani ist ein queerer Fotograf aus dem Iran. In seinen Werken prallen Verletzlichkeit und Gewalt, politische Bilder und eine wütende Dynamik aufeinander.
Ashkan Shabani, ein queerer Fotograf aus dem Iran, hat seine erschütternde Flucht in einer beeindruckenden Fotoserie dokumentiert. Seine Arbeiten zeigen den Kampf gegen Verfolgung in einem Land, in dem seine Identität zu Haft – oder Schlimmerem – führen kann. Die Bilder bilden heute eine kraftvolle Sammlung mit dem Titel „Queer, Leben, Freiheit“.
Shabanis Serie vereint Zärtlichkeit und Brutalität, verbindet intime Momente mit schroffer politischer Bildsprache. Ein Foto zeigt seinen Koffer – den einzigen Behälter für seinen Besitz, als er in Deutschland Asyl suchte. Andere Aufnahmen zeigen zarte Berührungen, blutige Entenköpfe und Demonstranten, die in rotes Licht getaucht sind, und fangen so die Intensität seiner Erlebnisse ein.
Seine Flucht begann im Iran, wo offenes Queersein harte Strafen bis hin zur Hinrichtung nach sich ziehen kann. Über die Türkei gelangte er schließlich nach Bramsche in Niedersachsen. Der Titel seiner Serie spiegelt die iranische „Frau, Leben, Freiheit“-Bewegung wider und unterstreicht die gemeinsame Forderung nach Gleichberechtigung und Befreiung. Durch seine Linse hält Shabani flüchtige Momente fest, die sonst vielleicht in Vergessenheit geraten wären. Die Fotografien sind zugleich persönliches Zeugnis und ein weitergehender Aufruf zu Gerechtigkeit – eine Verschmelzung von Kunst und Aktivismus.
Shabanis Werk ist heute ein visueller Beleg für Überleben und Widerstand. Die Serie lenkt die Aufmerksamkeit auf die Gefahren, denen queere Menschen im Iran ausgesetzt sind, und gewährt gleichzeitig Einblick in seinen eigenen Weg in die Sicherheit. Seine Bilder bleiben eine trotziges Fest der Lebensfreude angesichts von Unterdrückung.






