Psychiatrie-Patienten-Gesetz in Niedersachsen: Gefährlich durch Verwaltungsregelung
Psychiatrie-Patienten-Gesetz in Niedersachsen: Gefährlich durch Verwaltungsregelung
Niedersächsisches Psychisch-Kranken-Gesetz: Gefährlich per Verordnung
Teaser: Die Polizei in Niedersachsen soll künftig Daten über mutmaßlich gefährliche Personen erhalten, die zwangsweise in eine Klinik eingewiesen wurden. Was als gefährlich gilt, wird vom Land definiert. Experten halten dies für problematisch.
20. November 2025, 14:06 Uhr
Niedersachsen passt sein Psychisch-Kranken-Gesetz an, um den Datenaustausch zwischen Polizei und Krankenhäusern zu verbessern. Der neue Entwurf des PsychKG soll es Behörden erleichtern, Personen zu überwachen, die möglicherweise eine Gefahr für andere darstellen. Doch Kritiker warnen, die Änderungen könnten die öffentliche Kontrolle umgehen und neue Bedenken hinsichtlich des Patientendatenschutzes aufwerfen.
Das geplante Gesetz sieht vor, dass die Polizei informiert wird, wenn ein Patient vor der Entlassung Anzeichen einer potenziellen Gefahr zeigt. Zudem ermöglicht es Zwangseinweisungen, wenn eine anhaltende Gefahr für Dritte festgestellt wird. Ministerin Daniela Behrens (SPD) begründet die Reformen mit dem Ziel, die öffentliche Sicherheit zu stärken.
Der Datenaustausch soll sich nicht nur auf Krankenhäuser beschränken, sondern auch sozialpsychiatrische Dienste und relevante Kliniken einbeziehen. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) schlägt Alarm: Die Kriterien zur Risikobewertung würden in Verwaltungsvorschriften festgelegt – statt in einer öffentlichen Debatte. Dies entziehe den Prozess der demokratischen Kontrolle, so die Gesellschaft. Die Psychotherapeutenkammer Niedersachsen fordert eine stärker evidenzbasierte Diskussion über den Zusammenhang von Gewalt und psychischen Erkrankungen.
Die Kritik kommt zu einer Zeit, in der die Dimensionen der psychischen Versorgung in Deutschland deutlich werden: 2023 waren 4,3 Millionen Einzelpsychotherapie-Sitzungen genehmigungspflichtig, 2024 erhielten über 850.000 Menschen Behandlung in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken. Jährlich sind Millionen Menschen im Land von psychischen Erkrankungen betroffen. Die DGPPN befürchtet zudem, dass das neue Gesetz stillschweigend ein Meldesystem für psychische Auffälligkeiten einführen könnte – ohne ausreichende Schutzmechanismen.
Der Gesetzentwurf würde den Behörden weitreichendere Befugnisse einräumen, um als gefährlich eingestufte Personen zu überwachen und gegebenenfalls festzusetzen. Sollte er verabschiedet werden, könnte er die Handhabung psychiatrischer Fälle in Niedersachsen grundlegend verändern. Kritiker bestehen darauf, dass die Reformen klarere Kontrollmechanismen benötigen, um Patientenschutz und Missbrauch zu verhindern.
Wohnungsnot in Bremen und Niedersachsen: Studierende warten monatelang auf ein Dach über dem Kopf
Ein Zimmer, zwölf Monate Wartezeit: In Bremen und Osnabrück wird der Wohnungsmangel für Studierende zur existenziellen Hürde. BAföG-Stau und steigende Mieten verschärfen die Not.
Asylzahlen in Niedersachsen brechen 2025 drastisch ein – doch die Probleme bleiben
Niedersachsen atmet auf: Die Asylanträge gehen zurück. Doch während die Zahlen sinken, wächst der Druck auf Städte wie Hannover – wo Integration und Unterbringung weiterhin Ressourcen fressen.
Chlorwasserstoff-Austritt in Ganderkesee: Feuerwehr verhindert Katastrophe im Industriegebiet
Eine giftige Dunstwolke in einer Produktionshalle alarmierte die Feuerwehr. Doch dank schnellem Handeln und Spezialausrüstung wurde Schlimmeres verhindert – ohne Gefahr für Anwohner.
Gewaltwelle in Leer und Emden: Messerangriff und Brandstiftungen an einem Wochenende
Ein 19-Jähriger wird mit dem Messer bedroht, Autos brennen, Boote werden geplündert. Was steckt hinter der plötzlichen Kriminalitätswelle in Ostfriesland? Die Polizei sucht dringend Zeugen.
Eintracht Frankfurt verliert zwei Schlüsselspieler in kurzer Zeit
Erst Conteh zum Bundesliga-Aufsteiger, dann Dräger nach Tunesien: Die Eintracht steht vor einem unerwarteten Kaderumbruch. Wie reagiert der Verein?
Mainzer Karneval startet mit Traditionen und neuen Sicherheitsregeln in die Session
Strikte Ticketregeln, eine verdeckte Uhr und Protestrufe: Der Mainzer Karneval beginnt polarisierend. Doch die Stimmung blieb ausgelassen – trotz aller Einschränkungen.
Führungswechsel bei der Freiwilligen Feuerwehr Oldendorf nach ereignisreichem Jahr 2025
Ein langjähriger Wehrführer verabschiedet sich, neue Kräfte übernehmen. Wie die Feuerwehr Oldendorf ihr ereignisreiches Jahr 2025 abschließt – und was 2026 bringt.
Dieter Nuhrs scharfe Kritik: Politik, Bildung und Wirtschaft im Visier des Satirikers
Mit beißendem Witz seziert Dieter Nuhr Deutschlands aktuelle Missstände. Warum er Friedrich Merz „interessant“ findet – und was er der Ampel vorwirft.
Deutschlands Handballer starten mit Selbstvertrauen in die EM 2024
Mit zwei Testspielsiegen im Gepäck brennt das Team darauf, die EM zu rocken. Doch erst muss Österreich geschlagen werden – die erste Hürde wartet.
Ernie und Bert erobern ab Dienstag Hamburger Ampeln als Fußgängersymbole
50 Jahre Sesamstraße und NDR – jetzt werden Ernie und Bert Teil des Hamburger Alltags. Wer hätte gedacht, dass Ampeln so viel Charme verbreiten können?
Schulen in Niedersachsen und Bremen öffnen nach Sturm – nur eine bleibt zu
Der Sturm ist vorbei, doch eine Schule kämpft noch mit den Folgen. Während der Rest Niedersachsens und Bremens zur Normalität zurückkehrt, bleibt Alfeld im Fernunterricht.
Niedersachsen schafft die klassische schriftliche Division an Grundschulen ab
Schluss mit komplizierten Rechenschritten: Niedersachsen setzt auf eine einfachere Variante. Warum die halbschriftliche Division die traditionelle ablöst.