Niedersachsens Minister will Feuchttücher in Europa strenger regulieren – und Hersteller zur Kasse bitten
Magdalena HertrampfMinister will Feuchttuchhersteller zur Rechenschaft ziehen - Niedersachsens Minister will Feuchttücher in Europa strenger regulieren – und Hersteller zur Kasse bitten
Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer setzt sich für strengere Regeln bei Feuchttüchern ein. Er fordert, dass Hersteller die Kosten für Schäden übernehmen, die durch diese Produkte in Abwassersystemen entstehen. Zu seinen Vorschlägen gehört auch eine deutlichere Kennzeichnung, um zu verhindern, dass Verbraucher die Tücher in Toiletten entsorgen.
Meyer hat sowohl die Bundesregierung als auch die EU aufgefordert, schärfere Vorschriften einzuführen. Sein Ziel ist es, die Produktion von Feuchttüchern in Europa zu reduzieren oder den Umstieg auf biologisch abbaubare Alternativen zu fördern. Derzeit enthalten viele Tücher Kunststoffe, die sich in Mikroplastik zersetzen und Gewässer verschmutzen.
Der Abwasserverband DWA Nord geht noch einen Schritt weiter und verlangt ein vollständiges Verbot von Feuchttüchern. Meyers Plan sieht zudem vor, dass Unternehmen auf ihren Verpackungen deutlich darauf hinweisen müssen, dass die Tücher über den Hausmüll und nicht die Toilette entsorgt werden sollen. Damit ließen sich Verstopfungen und Verunreinigungen in Kläranlagen vermeiden. Bisher gibt es keine spezifischen EU-Vorgaben zur Herstellung von Feuchttüchern – die bestehenden Regeln betreffen andere Bereiche wie Biolandbau, Hygieneartikel oder Kindermöbel.
Würden die neuen Maßnahmen umgesetzt, müssten Hersteller für die durch ihre Produkte verursachten Abwasserprobleme finanziell aufkommen. Deutlichere Entsorgungshinweise könnten die Plastikverschmutzung in Flüssen und Meeren in Europa verringern. Langfristig könnte der Umstieg auf abbaubare Alternativen auch die Umweltbelastung durch Feuchttücher in Europa senken.






