Klingbeil plant Steuerrevolution: Krypto-Gewinne sollen künftig immer besteuert werden
Grzegorz LoosKlingbeil plant Steuerrevolution: Krypto-Gewinne sollen künftig immer besteuert werden
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil plant bis 2027 zusätzliche Einnahmen von 2 Milliarden Euro – unter anderem durch strengere Regeln bei der Besteuerung von Kryptowährungen und eine härtere Gangart gegen Finanzkriminalität. Ein zentraler Punkt der Reform ist die Abschaffung der aktuellen Steuerbefreiung für langfristige Krypto-Anleger.
Bisher zahlen Investoren in Deutschland keine Steuern auf Gewinne aus Kryptowährungen, wenn sie ihre Bestände länger als ein Jahr halten. Kurzfristige Gewinne werden hingegen als privates Einkommen versteuert – sofern sie den Freibetrag von 1.000 Euro überschreiten. Das Finanzministerium will diese steuerfreie Haltedauer nun streichen und Krypto-Gewinne wie andere Wertpapiere mit einer pauschalen 25-prozentigen Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer belasten.
Hinzu kommt eine neue EU-Richtlinie, die es erschwert, Krypto-Gewinne zu verschleiern. Anbieter sind nun verpflichtet, Transaktionsdaten, Vermögenswerte und Nutzerinformationen an die Behörden zu melden. Wer Gewinne verschweigt, muss mit Bußgeldern rechnen, Wiederholungstäter riskieren sogar Haftstrafen.
Im Haushaltsentwurf des Ministeriums ist von einer "Anpassung der Besteuerung von Kryptowährungen" die Rede, konkrete Umsetzungsdetails fehlen jedoch noch. Änderungen müssten vom Bundestag und Bundesrat abgesegnet werden; ein offizieller Gesetzentwurf steht noch aus. Klingbeil kündigte zudem schärfere Prüfungen und höhere Strafen für Steuerhinterzieher an – insbesondere bei Transaktionen innerhalb eines Jahres.
Ziel der Reformen ist es, Schlupflöcher zu schließen und die Staatseinnahmen zu erhöhen. Sollten die Pläne durchkommen, wäre das eine grundlegende Wende in der deutschen Krypto-Besteuerung. Anleger stünden dann vor denselben Regeln wie Händler klassischer Wertpapiere.






