Harz: Immer mehr Rettungseinsätze durch Leichtsinn und mangelnde Vorbereitung
Grzegorz LoosImmer mehr unterschätzen die Berge in Niedersachsen - Harz: Immer mehr Rettungseinsätze durch Leichtsinn und mangelnde Vorbereitung
Rettungseinsätze im Harz nehmen zu – viele unterschätzen die Gefahren
Im Harz häufen sich die Rettungseinsätze, weil immer mehr Menschen die Risiken in den Bergen verharmlosen. Wanderer und Kletterer bringen sich oft durch mangelnde Vorbereitung und Selbstüberschätzung in Gefahr. Allein im vergangenen Jahr musste der Bergrettungsdienst Sankt Andreasberg Hunderte Notfälle in der Region bewältigen.
Laut dem Rettungsteam gab es im Sommer einen deutlichen Anstieg der Einsätze – häufig verletzte Mountainbiker in den Bike-Parks. Im Winter hingegen gingen die Einsätze um etwa ein Drittel im Vergleich zu den Vorjahren zurück.
Typische Probleme sind unangemessenes Schuhwerk, leere Handyakkus und fehlende Ausrüstung. Die Retter betonen, wie wichtig es ist, geeignete Ausstattung dabei zu haben: warme Kleidung, eine Taschenlampe und eine Powerbank. Zudem raten sie, ausreichend Puffer für unerwartete Verzögerungen einzuplanen. Selbstüberschätzung spielt bei vielen Zwischenfällen eine zentrale Rolle. Manche Kletterer glauben, ihr Training in der Indoor-Kletterhalle bereite sie auf die realen Bedingungen in den Bergen vor. Andere ignorieren gesundheitliche Warnsignale – mit schweren Folgen: Im vergangenen Jahr mussten zwei Personen wiederbelebt werden, nachdem sie sich trotz Vorerkrankungen überlastet hatten.
Der Bergrettungsdienst empfiehlt, Wanderrouten vorab herunterzuladen und markante Orientierungspunkte zu notieren. Gründliche Planung und fachkundige Begleitung könnten viele Notfälle verhindern. Trotz der wachsenden Risiken bietet derzeit keine registrierte Organisation geführte Bergtouren für Studierende im Harz an – während Schulklassenfahrten in Städte wie Berlin nach wie vor beliebt sind.
Das Team aus Sankt Andreasberg appelliert weiterhin an alle Bergsportler, Vorsicht walten zu lassen. Eine solide Vorbereitung, eine realistische Selbsteinschätzung und die richtige Ausrüstung können die Zahl der Rettungseinsätze verringern. Ohne diese Maßnahmen wird die Zahl der Notfälle voraussichtlich weiter steigen.






