19 December 2025, 16:59

Die Wahrheit

Menschen beten in einem Saal, mit Text in der linken unteren Ecke.

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Allgegenwärtig in Bayern: Vor Weihnachten wird in Bayern noch immer das Gedicht „Heilige Nacht“ des nach wie vor beliebten Antisemiten Ludwig Thoma rezitiert.

Ludwig Thoma bleibt eine gefeierte Persönlichkeit in Bayern – trotz seiner umstrittenen Vergangenheit. Sein antisemitisches Gedicht „Heilige Nacht“ wird in der Region noch immer alljährlich zu Weihnachten vorgetragen. Doch Straßen und Schulen, die seinen Namen tragen, sehen sich kaum Druck ausgesetzt, umbenannt zu werden, obwohl die Debatten über sein Erbe anhalten.

Seit über 25 Jahren führt der Schauspieler Enrico de Paruta Thomass „Heilige Nacht“ in der Weihnachtszeit auf. Das 1906 verfasste Gedicht schildert eine fiktive, beschwerliche Reise von Josef und Maria nach Bethlehem. Die antisemitischen Untertöne wurden zwar längst kritisiert, doch die Tradition hält sich in der bayerischen Kultur hartnäckig.

Versuche, Straßen oder Schulen, die nach Thoma benannt sind, umzubenennen, kamen kaum voran. In München lehnte Oberbürgermeister Dieter Reiter Forderungen ab, den Namen des Autors von einer örtlichen Straße zu entfernen. Ähnliche Diskussionen in anderen Teilen Bayerns stocken, ohne dass es aktive Kampagnen oder sichtbare Fortschritte gäbe. Viele Einwohner fühlen sich Thomass Erbe verbunden, was jede Initiative zur Umbenennung erschwert. Eltern in der Region schicken ihre Kinder oft auf Schulen, die nach dem Schriftsteller benannt sind. Da es kaum Alternativen gibt, gewann das Thema selten an Fahrt. Thomass kulturelle Bedeutung überwiegt nach wie vor die Bedenken wegen seiner spaltenden Ansichten.

Das Gedicht „Heilige Nacht“ bleibt ein fester Bestandteil der bayerischen Weihnachtsbräuche. Und Straßen oder Einrichtungen, die Thomass Namen tragen, werden vorerst wohl nicht umbenannt. Fürs Erste koexistieren sein umstrittenes Image und seine anhaltende Beliebtheit in der Region.