Anne Spiegel: Demokratie-Training für die Verlierer
Anne Spiegel: Demokratie-Training für die Verlierer
Anne Spiegel: Demokratie-Training für die Verlierer
Teaser: Erinnern Sie sich noch an Anne Spiegel? Sie war jene Ministerin, die während der Flutkatastrophe – nun ja – einen eher unglücklichen Eindruck hinterließ. Spiegel hat jetzt einen neuen Job – und Christoph Ruf kann nur den Kopf schütteln.
Artikeltext:
Anne Spiegel hat ihr neues Amt als Sozialdezernentin der Region Hannover angetreten. Die Grünen-Politikerin verwaltet nun ein Budget von zwei Milliarden Euro und führt ein Team von 1.000 Mitarbeitenden. Ihre Ernennung erfolgt nach massiver Kritik an ihrem Krisenmanagement während der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021.
Spiegel setzte sich gegen 46 Mitbewerber durch; ihre Nominierung ging auf eine Parteikollegin aus den Reihen der Grünen zurück. In ihrer neuen Position wird sie monatlich 11.650 Euro verdienen.
Ihre erste öffentliche Rede als Sozialdezernentin blieb vage: Sie versprach vor allem Kontinuität zur Arbeit ihres Vorgängers, ohne konkrete Pläne vorzulegen. Die Ansprache fiel durch das Fehlen substantieller Inhalte auf.
Ihre Vergangenheit wirft weiterhin Fragen auf – insbesondere ihr Umgang mit der Flutkatastrophe im Ahrtal. Statt sich auf die Krisenbewältigung zu konzentrieren, stand sie in der Kritik, weil sie gendergerechte Sprache priorisierte. Kurz nach der Katastrophe trat sie einen vierwöchigen Urlaub an, was die Vorwürfe weiter anheizte. Unterdessen schlagen Politiker wie Jens Spahn (CDU) und Andreas Scheuer (CSU) vor, Demokratie-Workshops für Jugendliche könnten das politische Engagement stärken. Beide räumten ein, dass selbst erfahrene Politiker – einschließlich Spiegel und ihnen selbst – von solcher Schulung profitiert hätten. Auch der Deutsche Städtetag befasst sich mit politischen Herausforderungen: Einerseits soll die kommunale Einheit betont werden, andererseits geht es um die wachsende Wohnungsnot von Geflüchteten, die sich angestiegene Mieten nicht mehr leisten können. Einige Funktionäre geben zu, dass die politische Klasse eine Mitschuld an der zunehmenden Politikverdrossenheit trägt – über die AfD wird dabei jedoch nicht gesprochen.
Spiegel besetzt nun eine einflussreiche Position mit beträchtlichen Ressourcen. Ihre Arbeit wird genau beobachtet werden, besonders vor dem Hintergrund früherer Kontroversen. Die größere politische Debatte dreht sich indes darum, wie Vertrauen zurückgewonnen und zentrale soziale Probleme angegangen werden können.
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