07 May 2026, 16:42

VW prüft Zukunft von vier Werken – doch die Kosten sind nicht das Hauptproblem

Fabrikgebäude von Puma in Deutschland mit parkenden und fahrenden Fahrzeugen, Straßeninfrastruktur, Grünflächen und einem bewölkten Himmel.

VW prüft Zukunft von vier Werken – doch die Kosten sind nicht das Hauptproblem

Volkswagen hat vier deutsche Werke als zu teuer im Betrieb identifiziert – doch das eigentliche Problem könnten gar nicht die Kosten sein. Wie der Spiegel berichtet, liegt das Dilemma vielmehr darin, dass für diese Standorte keine langfristigen Produktionspläne existieren. Der Konzern prüft nun Wege, um Kapazitäten abzubauen, ohne die Werke komplett zu schließen.

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Die vier betroffenen Standorte – Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm – waren von Konzernchef Oliver Blume wegen ihrer hohen Ausgaben ins Visier genommen worden. Interne Daten zeigen jedoch, dass einige bereits relativ effizient arbeiten: In Zwickau sollen die Kosten pro Fahrzeug bis 2025 auf unter 4.500 Euro sinken, in Emden auf etwa 5.500 Euro. Beide Werte liegen unter denen des Porsche-Werks in Leipzig, wo die Produktion mehr als 6.500 Euro pro Auto verschlingt.

Porsche und Audi haben bisher trotz höherer Ausgaben größere Sparmaßnahmen vermieden. Porsches individualisierte Modelle wie der 911 rechtfertigen die höheren Kosten, und beide Marken teilen sich keine deutschen Produktionsstätten. Volkswagen hingegen will die europäische Kapazität um bis zu 500.000 Fahrzeuge pro Jahr – fast zwei ganze Werke – reduzieren. Blume bezeichnete Werksschließungen als die „schlechteste und teuerste Option“ und setzt stattdessen auf Partnerschaften, um die Überkapazitäten abzufedern.

Das größere Problem: Interne Prognosen deuten darauf hin, dass diese Werke möglicherweise nur noch bis in die frühen 2030er-Jahre Fahrzeuge produzieren. Ohne neue Aufträge bleibt ihre langfristige Zukunft ungewiss. Volkswagen konzentriert sich bei seinem Sparprogramm daher weniger auf reine Kostensenkung, sondern auf Standorte ohne klare Produktionsperspektive. Statt Schließungen lotet der Konzern nun Alternativen wie Kooperationen aus, um die Überkapazitäten zu verringern. Die Entscheidung wird darüber entscheiden, ob diese Werke über das nächste Jahrzehnt hinaus in Betrieb bleiben.

Quelle