Streik in Sachsen-Anhalt: Arbeiter kämpfen gegen Lohnungerechtigkeit bei Schwarz-Gruppe-Firmen
Grzegorz LoosStreik in Sachsen-Anhalt: Arbeiter kämpfen gegen Lohnungerechtigkeit bei Schwarz-Gruppe-Firmen
Arbeiter in Sachsen-Anhalt streiken gegen Niedriglöhne bei zwei Schwarz-Gruppe-Unternehmen
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat zu Arbeitsniederlegungen bei Bonback in Halle und MEG in Weißenfels aufgerufen. Die Beschäftigten protestieren gegen Löhne, die deutlich unter denen ihrer Kollegen in Westdeutschland liegen – manche verdienen nur rund 900 Euro im Monat.
Die Streiks begannen heute am Standort Star Park Halle Queis von Bonback und werden morgen fortgesetzt. Bei MEG, einem Getränkehersteller der gleichen Gruppe, findet bereits ein dreitägiger Ausstand statt. Der NGG-Slogan "Reißt die Lohnmauer ein!" spiegelt die Wut über die anhaltenden Gehaltsunterschiede in Ostdeutschland wider.
Das ursprünglich als ARTIback bekannte Unternehmen wurde vor zwei Jahren von der Schwarz-Gruppe – zu der auch Kaufland und Lidl gehören – übernommen und später in Bonback umbenannt. Laut aktuellen Zahlen (2024) liegt das Median-Einkommen von Vollzeitkräften in Sachsen-Anhalt bei 3.353 Euro monatlich – deutlich unter den Werten in Hamburg (4.527 Euro) oder Baden-Württemberg (4.356 Euro). Die Gewerkschaft betont, dass diese Ungleichheit nicht länger hingenommen werden kann.
Zwar gab es im Lebensmittelsektor schrittweise Lohnerhöhungen – etwa für Bäcker von 2.426 Euro (2022) auf 2.715 Euro (2025) – doch die Beschäftigten in Sachsen-Anhalt hinken weiterhin hinterher. Die NGG droht mit weiteren Streiks, sollte es keine Angleichung an westdeutsche Standards geben.
Die Proteste unterstreichen die anhaltende Kluft zwischen Ost- und Westlöhnen. Während die Schwarz-Gruppe unter Druck gerät, wird der nächste Schritt der Gewerkschaft zeigen, ob es Fortschritte in den Verhandlungen gibt. Bis dahin bleibt die Produktion an beiden Standorten lahmgelegt, während die Arbeiter faire Bezahlung fordern.






