SPD-Forderung: Neuanfang mit Syrien muss Minderheiten und Stabilität sichern
Franjo HandeSPD-Forderung: Neuanfang mit Syrien muss Minderheiten und Stabilität sichern
Adis Ahmetovic, der außenpolitische Sprecher der SPD, hat vor dem Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa eine Neuausrichtung der deutsch-syrischen Beziehungen gefordert. Die anstehenden Gespräche bezeichnete er als Chance für einen "vertrauensvollen Neuanfang" zwischen beiden Ländern.
Ahmetovic rief Merz dazu auf, das starke deutsche Interesse an einem stabilen Syrien zu betonen. Er unterstrich, dass jeder politische Wandel auf Rechtsstaatlichkeit und langfristige Stabilität ausgerichtet sein müsse. Der Sprecher forderte zudem, alle gesellschaftlichen Gruppen – insbesondere Minderheiten – in einen glaubwürdigen politischen Prozess einzubinden.
Angesichts der jüngsten Gewaltwelle verurteilte Ahmetovic Angriffe auf Drusen, Alawiten und Kurden. Er bestand darauf, dass der Schutz dieser Gemeinschaften fester Bestandteil künftiger Vereinbarungen sein müsse. Über die Sicherheitsfrage hinaus empfahl er, Syriens Neutralität im weiteren Nahostkonflikt zu unterstützen.
Bei Wiederaufbau und Rückkehr der Geflüchteten riet Ahmetovic zu einer Verknüpfung beider Themen. Er warnte, dass vertriebene Syrer nicht in ein Land zurückkehren könnten, das noch in Trümmern liege und keine Perspektiven für eine bessere Zukunft biete.
Das Treffen zwischen Merz und al-Sharaa könnte einen Wendepunkt in den bilateralen Beziehungen markieren. Ahmetovics Vorschläge – Stabilität an Rechtsreformen, Minderheitenschutz und Wiederaufbau zu knüpfen – setzen klare Erwartungen an die Gespräche. Das Ergebnis könnte die künftige deutsche Syrienpolitik prägen.






