10 April 2026, 18:32

Polens Spritpreis-Deckel lockt deutsche Tanktouristen an die Grenze

Detailierte Karte von Polen mit geografischen Merkmalen, begleitet von Text und nummerierten Sehenswürdigkeiten.

Polens Spritpreis-Deckel lockt deutsche Tanktouristen an die Grenze

Polen hat strenge Preisobergrenzen für Kraftstoffe eingeführt, um die wirtschaftliche Belastung durch steigende Ölpreise und regionale Konflikte abzumildern. Die Maßnahme hat bereits einen Anstieg des grenzüberschreitenden "Tanktourismus" ausgelöst – deutsche Autofahrer machen sich auf den Weg in den Osten, um günstigeren Sprit zu tanken. Unterdessen hat die deutsche Regierung neue Regeln erlassen, um den eigenen Kraftstoffmarkt angesichts des wachsenden Drucks durch die Preisdifferenzen in den Nachbarländern zu stabilisieren.

Die Mitte-links-Regierung Polens unter Führung von Ministerpräsident Donald Tusk setzte Anfang dieses Monats feste Höchstpreise für Kraftstoffe fest. Ein Liter Normalbenzin darf nun nicht mehr als 6,16 Złoty (etwa 1,44 Euro) kosten, Superbenzin ist auf 6,76 Złoty (1,58 Euro) und Diesel auf 7,60 Złoty (1,77 Euro) begrenzt. Mit der Entscheidung soll die Bevölkerung vor den stark gestiegenen Weltmarktpreisen für Öl geschützt werden, die mit den Spannungen im Nahen Osten zusammenhängen.

Die Preisdifferenz lockt bereits zahlreiche deutsche Autofahrer über die Grenze – an polnischen Tankstellen in der Nähe großer Grenzübergänge bilden sich lange Schlangen. Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) warnt, dass dieser Trend noch zunehmen werde, da immer mehr Fahrer die Ersparnis gegen die längeren Fahrten abwägen. Das Osterwochenende könnte die Situation weiter verschärfen, nicht nur durch Tanktouristen, sondern auch durch Urlaubsreisende und Lkw-Frachten.

Als Reaktion hat Deutschland eine neue Preisregelung für seine Tankstellen eingeführt: Die Spritpreise dürfen nun nur noch einmal täglich, mittags, angepasst werden, um plötzliche Preissprünge zu verhindern und mehr Transparenz zu schaffen. Allerdings weist das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) darauf hin, dass die Auswirkungen der Regel auf die tatsächlichen Kraftstoffkosten noch ungewiss sind. Auch die wirtschaftlichen Folgen des zunehmenden Tanktourismus sind schwer abzuschätzen – beide Regierungen beobachten die Entwicklung daher genau.

Die Preisdeckel in Polen und die Preisanpassungen in Deutschland spiegeln die gemeinsamen Bemühungen wider, die steigenden Spritkosten in den Griff zu bekommen. Polnische Tankstellen verzeichnen eine hohe Nachfrage durch ausländische Fahrer, während Deutschlands tägliche Preisaktualisierung mehr Stabilität bringen soll. Mit dem Osterreiseverkehr, der die Grenzverkezrsprobleme zusätzlich verschärft, bereiten sich die Behörden auf beiden Seiten auf weitere Störungen in den kommenden Tagen vor.

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