15 March 2026, 08:27

Pharmazeutische Dienstleistungen: Warum Apotheken trotz Boom kämpfen

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Apothekeninneren mit einem Tresen, Schränken, einer Leiter und Regalen, die mit verschiedenen Gegenständen gefüllt sind, mit Text oben.

Pharmazeutische Dienstleistungen: Warum Apotheken trotz Boom kämpfen

Deutschlands pharmazeutisches Dienstleistungsprogramm (pDL) hat sich seit seinem Start im Jahr 2012 deutlich ausgeweitet. Die Zahl der erbrachten Leistungen stieg von 1,2 Millionen im Jahr 2012 auf rund 25 Millionen im Jahr 2024 – trotz eines leichten Rückgangs während der COVID-19-Pandemie. Doch trotz dieses Wachstums kämpfen viele Apotheken weiterhin damit, diese Dienstleistungen wirtschaftlich tragfähig anzubieten.

Die Freie Apothekerschaft (FA) bestätigt, dass Apotheken über das nötige Fachwissen verfügen, um pDL-Leistungen kompetent zu erbringen. Allerdings decken die aktuellen Vergütungssätze oft nicht die tatsächlichen Kosten. Ein Beispiel sind Bluthochdruck-Risikochecks, für die netto 11,20 Euro pro Untersuchung gezahlt werden. Nur etwa ein Drittel der Apotheken erwirtschaftet damit Gewinne, während über die Hälfte Verluste macht.

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) fordert nun höhere, nachhaltige Vergütungen, um die flächendeckende und langfristige Bereitstellung dieser Leistungen zu sichern. Die FA warnt zudem davor, ungenutzte pDL-Mittel in Höhe von 537 Millionen Euro in allgemeine Apothekenzahlungen umzuleiten. Ein solcher Schritt könnte die Weiterentwicklung des Programms schwächen und Apotheken davon abhalten, diese spezialisierten Dienstleistungen anzubieten.

Neben finanziellen Problemen sehen sich Apotheken bei der Umsetzung der pDL-Leistungen mit weiteren Hindernissen konfrontiert: Personalmangel, hoher administrativer Aufwand und begrenztes Platzangebot erschweren die praktische Umsetzung. Zudem belasten Spannungen zwischen den Gesundheitsberufen die Einführung dieser Programme zusätzlich.

Ohne Gegenmaßnahmen bleibt die wirtschaftliche Zukunft der pDL-Leistungen ungewiss. Die Politik wird aufgefordert, die Vergütung anzupassen und betriebliche Hürden abzubauen. Ziel ist es, Apotheken in die Lage zu versetzen, diese Dienstleistungen auch künftig ohne finanzielle Belastung anzubieten.

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