24 March 2026, 04:30

Nitrendipin-Knappheit belastet Bluthochdruck-Patienten seit Monaten

Plakat, das zeigt, dass Amerikaner im Jahr 2022 zwei bis drei Mal mehr für dieselben Arzneimittel gezahlt haben, mit Flaschen und einer Spritze.

Nitrendipin-Knappheit belastet Bluthochdruck-Patienten seit Monaten

Ein Mangel an Nitrendipin, einem weit verbreiteten Kalziumkanalblocker, macht Patienten seit dem letzten Sommer den Zugang zu dem Medikament schwer. Ursache des Problems sind Produktionsstörungen – derzeit sind weder die 10-mg- noch die 20-mg-Dosierungen von irgendeinem Hersteller erhältlich. Behörden und Pharmaunternehmen arbeiten nun daran, die Versorgungslücke zu schließen, während weltweit die Nachfrage nach Alternativen steigt.

Nitrendipin gehört zur Gruppe der Kalziumkanalblocker, die verhindern, dass Kalzium in die Zellen eindringt. Dadurch bleiben die Arterien entspannt, und die Erregungsleitung des Herzens verlangsamt sich – ein Effekt, der etwa bei der Behandlung von Bluthochdruck hilft. Diese Medikamente lassen sich in drei Haupttypen unterteilen: Nifedipin, Verapamil und Diltiazem, die jeweils unterschiedliche Wirkungen und Anwendungsbereiche aufweisen.

Von der aktuellen Knappheit sind beide Stärken von Nitrendipin betroffen. Der Hersteller Aristo Pharma meldet Verzögerungen bei der Produktion der 20-mg-Tabletten mindestens bis Jahresende. Andere Unternehmen wie Ratiopharm und Aliud Pharma planen, ihre Lieferungen bis Ende März wiederaufzunehmen, während AbZ voraussichtlich Ende Mai wieder ausliefern wird. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat Nitrendipin offiziell in seine Liste der gemeldeten Arzneimittelengpässe aufgenommen.

Die Versorgungsprobleme beschränken sich jedoch nicht auf Nitrendipin, sondern betreffen auch ältere Medikamente. In den letzten fünf Jahren ist die globale Nachfrage nach Alternativen wie Amlodipin und Lercanidipin jährlich um 12 bis 15 Prozent gestiegen. Treiber dieses Anstiegs sind die zunehmende Verbreitung von Bluthochdruck sowie die Verfügbarkeit generischer Versionen. Die höchsten Zuwachsraten bei Verschreibungen verzeichnen laut Daten von IQVIA und der WHO Indien (jährlich +28 Prozent), Brasilien (+22 Prozent) und Indonesien (+19 Prozent).

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Patienten, die Kalziumkanalblocker einnehmen, müssen bestimmte Hinweise beachten: Nitrendipin sollte nach den Mahlzeiten, Lercanidipin hingegen vor dem Essen eingenommen werden, während Grapefruit gemieden werden muss. Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen niedriger Blutdruck, Kopfschmerzen, Hitzewallungen und Herzrasen.

Aufgrund des anhaltenden Mangels sind Patienten und medizinisches Personal gezwungen, auf andere Behandlungsoptionen auszuweichen. Da einige Hersteller in den kommenden Monaten ihre Lieferungen wieder aufnehmen wollen, könnte sich die Lage schrittweise entspannen. Gleichzeitig steigt die weltweite Nachfrage nach alternativen Kalziumkanalblockern weiter an – ein Spiegel der allgemeinen Entwicklungen in der Behandlung von Bluthochdruck.

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