NDR trennt sich von Julia Ruhs – Warum ihre politische Haltung polarisiert
Franjo HandeNDR trennt sich von Julia Ruhs – Warum ihre politische Haltung polarisiert
Der NDR hat Julia Ruhs als alleinige Moderatorin des Reportageformats Klar abberufen. Die Entscheidung folgt auf monatelange Debatten über ihre politische Haltung und ihren journalistischen Ansatz. Sowohl Kritiker als auch Unterstützer haben sich seitdem geäußert, darunter prominente Stimmen wie Oliver Welke und Bosetti, die gegensätzliche Positionen vertreten.
Ruhs hatte sich bereits lange vor ihrem Einstieg beim NDR als Kritikerin dessen positioniert, was sie als "links-grüne Meinungsmacht" bezeichnete. 2025 war sie auf Einladung der CSU Bad Tölz zu einer Diskussion über Medien-"Blasen" und ihr Buch Links-grüne Meinungsmacht. Die Spaltung unseres Landes zu Gast. In einem Podcast des Magazins Cicero behauptete sie, kritische Äußerungen führten oft dazu, sofort als Nazi abgestempelt zu werden.
Ihre politische Ausrichtung geriet besonders in den Fokus, nachdem der NDR bekannt gab, dass sie Klar nicht mehr allein moderieren werde. Tanit Koch übernimmt nun die Rolle beim NDR, während Ruhs die Sendung weiterhin für den BR präsentiert. Die Entscheidung löste Reaktionen in der Medienlandschaft aus, darunter von Oliver Welke, Moderator der ZDF-heute show, der argumentierte, der NDR hätte sie behalten sollen. Er beschrieb Ruhs als "konservativ-bürgerlich" und betonte ihre Fähigkeit, mit Schlagworten junge Influencer anzusprechen. Zugleich wies er Vorwürfe zurück, ihre Folgen seien schlecht produziert – schließlich hätten NDR-Redakteure sie abgesegnet.
Der ZDF-Comedian Bosetti hingegen verteidigte den Schritt des NDR und bezeichnete ihn als notwendige Reaktion auf Populismus und mangelnde journalistische Standards. Ruhs selbst kommentierte die Kontroverse auf X und nannte die heute show "gemein, aber witzig", während sie die Vorgänge bei der ARD zusammenfasste.
Die Diskussion um Ruhs' Abgang verdeutlicht die Spannungen zwischen politischer Positionierung und den Ansprüchen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Sie bleibt dem BR für Klar erhalten, während der NDR mit einer neuen Moderatorin arbeitet. Die Auseinandersetzung mit ihrer Arbeit und ihren Standpunkten wird die Medienwelt voraussichtlich weiter beschäftigen.






