Kostenexplosion im Teilladungsverkehr trotz stagnierender Sendungsmengen
Elfie ZiegertKostenexplosion im Teilladungsverkehr trotz stagnierender Sendungsmengen
Kosten im deutschen Teilladungsverkehr steigen weiter – trotz stagnierender Sendungsmengen
Die Ausgaben im deutschen Stückgut- und Teilladungsverkehr (LTL) klettern weiterhin, obwohl das Sendungsaufkommen nahezu unverändert bleibt. Wie aktuelle Daten zeigen, gab es im Jahresvergleich lediglich einen minimalen Rückgang von 0,1 Prozent – doch die Kosten steigen weiter an. Die Branche gerät zunehmend unter Druck, da weitere Einsparmöglichkeiten immer schwerer zu realisieren sind.
Zwischen Ende 2024 und Anfang 2026 sah sich die Logistikbranche mit zahlreichen finanziellen Herausforderungen konfrontiert. Die Kosten für die Palettenabwicklung stiegen um 6,4 Prozent, vor allem wegen eines Preissprungs bei Paletten um 21 Prozent. Die Personalkosten, ohnehin der größte Kostenfaktor, erhöhten sich im zweiten Halbjahr 2025 um 3,7 Prozent und machten damit 51 Prozent der sendungsbezogenen Ausgaben aus.
Die Betriebskosten insgesamt legten im selben Zeitraum um 4,2 Prozent zu, getrieben durch Investitionen in neue Technologien und Infrastruktur. Auch die Prozesskosten im Versand stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent. Einziger Lichtblick: Maut- und Spritkosten blieben weitgehend stabil und entlasteten die Bilanzen etwas.
Zwar nahm die Zahl der Umschlagterminals zu, doch sank dadurch die durchschnittliche Sendungsmenge pro Depot um 3,3 Prozent. Da Effizienzgewinne kaum noch möglich sind, steht die Branche nun vor der Frage, die gestiegenen Kosten an die Kunden weiterzugeben. Experten zufolge wird die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit davon abhängen, wie stark Unternehmen auf Digitalisierung, klimaneutrale Abläufe und resilientere Lieferketten setzen.
Zusätzlich belasten makroökonomische Faktoren die Situation. Die Preise für Holzpellets, die eng mit den Energiemärkten verknüpft sind, schnellen im Februar 2026 auf rund 439 Euro pro Tonne hoch, bevor sie sich bis März leicht auf 419 bis 435 Euro zurückbildeten. Regionale Unterschiede blieben bestehen: In Süddeutschland lagen die Preise höher als in Nord- und Ostdeutschland. Besonders betroffen waren die Wohnraumbeheizung, die Landwirtschaft und Industriebetriebe, die auf Biomasse angewiesen sind.
Der LTL-Sektor bewegt sich damit in einem immer engeren finanziellen Korridor, in dem weitere Kostensenkungen kaum noch möglich sind. Unternehmen müssen sich anpassen – durch den Einsatz digitaler Lösungen, nachhaltige Praktiken und widerstandsfähigere Lieferketten. Ohne diese Veränderungen werden die steigenden Ausgaben voraussichtlich zu höheren Preisen für die Kunden führen.






