Nach 400 Jahren schließt Angermündes Alte Apotheke für immer ihre Pforten
Magdalena HertrampfNach 400 Jahren schließt Angermündes Alte Apotheke für immer ihre Pforten
Die Schließung der historischen Alten Apotheke in Angermünde markiert das Ende einer Ära für die lokale Gemeinschaft. Seit 2014 von Christian Toll geführt, schloss die Apotheke nach über 400 Jahren Dienst an der Bevölkerung ihre Türen. Die Entscheidung fiel, nachdem Personalmangel Toll keine andere Wahl ließ, als den Standort aufzugeben.
In ganz Brandenburg verlangsamte sich 2025 der Trend der Apotheken-Schließungen: Zehn Filialen stellten den Betrieb ein, während vier neue eröffneten. Bis Ende des Jahres blieben 523 Apotheken in der Region übrig – ein Rückgang um etwa 9 % seit 2013, als es noch 580 gab.
Christian Toll, 60, hatte die Alte Apotheke seit 2014 geleitet, angezogen von ihrem historischen Charme und ihrer langjährigen Bedeutung für die Gemeinde. Die Schließung fiel ihm nicht leicht, doch der Verlust seiner Filialleiterin machte es unmöglich, einen Ersatz zu finden. Obwohl er das Rentenalter fast erreicht hat, denkt Toll nicht ans Aufhören – auch wenn er einräumt, dass die beruflichen Anforderungen mit der Zeit weniger erfüllend geworden sind.
Die Schließung hinterlässt bei den Kunden eine emotionale Lücke. Viele kamen in den letzten Tagen, um sich für jahrezehntelange fürsorgliche Betreuung zu bedanken. Während die Alte Apotheke nun geschlossen ist, konnte Toll zwölf Mitarbeiter in seiner Hauptapotheke halten, darunter vier, die vom alten Standort wechselten.
Das nun leerstehende Gebäude hat bereits Interesse aus anderen Branchen geweckt, da der Mietvertrag ausläuft. Unterdessen verändert sich die Apothekenlandschaft in Brandenburg weiter. Zwar hat sich die Zahl der Schließungen verringert, doch insgesamt sank die Anzahl von 580 im Jahr 2013 auf 526 Anfang 2026 – ein stetiger Rückgang, der die branchenweiten Herausforderungen widerspiegelt.
Mit der Schließung der Alten Apotheke verliert Angermünde eine Institution, die die Stadt jahrhundertelang versorgt hat. Tolls Entscheidung unterstreicht die wachsenden Schwierigkeiten, mit denen unabhängige Apotheker konfrontiert sind – von Personalengpässen bis zu finanziellen Belastungen. Angesichts der nun 526 Apotheken in Brandenburg wirft die schrittweise Schrumpfung des Sektors Fragen nach der künftigen Versorgung mit lokalen Gesundheitsdienstleistungen auf.






