Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2022 für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Grzegorz LoosSpäte Verleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionspolitikerin Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2022 für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Maria Kolesnikowa, eine führende Persönlichkeit der belarussischen Oppositionsbewegung, ist mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen für das Jahr 2022 ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen unter der autoritären Herrschaft Alexander Lukaschenkos. Die Preisverleihung fand am 14. März 2026 in einer feierlichen Zeremonie im Aachen Krönungssaal statt.
Kolesnikowa war 2021 wegen ihrer Rolle bei den Massenprotesten gegen die umstrittene Wiederwahl Lukaschenkos zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt worden. Anders als viele Gegner lehnte sie ein Exil ab und blieb trotz der Risiken in Belarus. Ihre Inhaftierung dauerte bis zu ihrer kürzlichen Freilassung an, wobei die genauen Umstände ihrer Entlassung unklar bleiben.
Der seit 1950 verliehene Karlspreis ging zuvor an Persönlichkeiten wie Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Kolesnikowa, eine ausgebildete Musikerin und Kulturmanagerin, wurde für ihren "außergewöhnlichen Mut" im Widerstand gegen die Repression gewürdigt. Nach ihrer Freilassung nahm sie Deutschland auf, wo sie nun voraussichtlich politisches Asyl erhalten wird.
Die Auszeichnung fällt in eine Zeit anhaltender Unterdrückung in Belarus. Am 12. März 2026 leitete der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) eine vorläufige Untersuchung zu mutmaßlichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein, darunter die Deportation von Regimekritikern. Lukaschenkos Regierung stufte zudem unabhängige Medien als "extremistisch" ein, während Oppositionsgruppen inzwischen aus dem Exil in Polen agieren. Aus Belarus selbst wurden zuletzt keine größeren Proteste gemeldet.
In diesem Jahr folgt Mario Draghi als Preisträger auf Kolesnikowa. Der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank und italienische Ministerpräsident wurde für seine Verdienste um Europa geehrt.
Kolesnikowas Auszeichnung unterstreicht den anhaltenden Kampf für Demokratie in Belarus. Die Ermittlungen des IStGH und internationale Sanktionen zeigen die wachsende Kritik an Lukaschenkos Regierung. Gleichzeitig hat sich der Widerstand ins Ausland verlagert, wo exilierte Gruppen von Polen und anderen Nachbarländern aus operieren.