Lüneburgs Aufstieg bedroht Berlins 27-jährige Volleyball-Herrschaft
Grzegorz LoosLüneburgs Aufstieg bedroht Berlins 27-jährige Volleyball-Herrschaft
Ein Kräftemessen mit hoher Brisanz: SVG Lüneburg fordert Berlins jahrzehntelange Vorherrschaft im deutschen Männer-Volleyball heraus
In einem Duell, das die Machtverhältnisse in der Liga neu ordnen könnte, treffen die beiden Top-Teams aufeinander – mit großen Ambitionen, aber gegensätzlicher aktueller Form.
Die SVG Lüneburg hat in dieser Saison bereits Geschichte geschrieben. Unter Trainer Stefan Hübner, der seit 2011 die Geschicke des Vereins lenkt, gewann das Team das Pokalfinale gegen Friedrichshafen und sicherte sich erstmals den ersten Platz in der Hauptrunde. Hübner, der trotz wiederholter Angebote anderer Clubs und der Nationalmannschaft stets ablehnte, bleibt Lüneburg bis 2030 treu. Seine Führung hat den Verein zu einer ernsthaften Bedrohung für die seit 27 Jahren unangefochtene Dominanz von Berlin und Friedrichshafen gemacht.
Die Hauptstadt-Mannschaft hingegen sucht nach frühen Ausscheiden in anderen Wettbewerben nach Rehabilitation. Psychologisch hat Berlin noch die Oberhand – schließlich besiegte man Lüneburg sowohl im Ligapokal als auch im direkten Duell der Hauptrunde. Mannschaftskapitän Ruben Schott erwartet ein hart umkämpftes Spiel und spricht von einem potenziellen "neuen Klassiker" des deutschen Volleyballs. Die Berliner streben den zehnten Titel in Folge an, um die Saison doch noch zu retten.
Hinter den Kulissen hat Berlin bereits reagiert: Nach dem Abgang von Alexandre Leal übernahm Markus Steuerwald am 13. April 2023 das Traineramt. Ursprünglich für die nächste Saison bei den Grizzlys Giesen vorgesehen, führt er nun die amtierenden Meister an. Geschäftsführer Kaweh Niroomand stellte sich öffentlich hinter den neuen Coach und betonte sein volles Vertrauen in dessen Führungsqualitäten.
Das anstehende Spiel ist für beide Clubs von immenser Bedeutung. Ein Sieg Lüneburgs würde nicht nur den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte bedeuten, sondern auch Berlins jahrzehntelange Herrschaft beenden. Für die Hauptstädter hingegen wäre ein weiterer Triumph die Fortsetzung ihrer Rekordserie und eine Genugtuung nach einer durchwachsenen Saison. Das Ergebnis wird die Wettbewerbslandschaft des deutschen Volleyballs nachhaltig prägen.






