Logistikbranche in Deutschland kämpft mit Rekordinsolvenzen und schrumpfenden Margen
Magdalena HertrampfLogistikbranche in Deutschland kämpft mit Rekordinsolvenzen und schrumpfenden Margen
Deutschlands Transport- und Logistikbranche steht unter wachsendem finanziellen Druck. Im vergangenen Jahr meldeten 469 Unternehmen der Branche Insolvenz an – darunter 19 mit Jahresumsätzen von über 10 Millionen Euro. Die Lage hat sich durch steigende Kosten und schrumpfende Gewinnmargen weiter verschärft.
Die wirtschaftliche Perspektive bleibt düster. Der Kreditversicherer Atradius prognostiziert für dieses Jahr einen Rückgang des deutschen Transport- und Logistiksektors um 2,1 Prozent. Mittlerweile gilt jedes vierte kleine und mittlere Unternehmen als akut insolvenzgefährdet.
Hohe Dieselpreise, hohe Vorfinanzierungskosten und enge Margen setzen die Betriebe unter Druck. Viele Logistikfirmen müssen Treibstoff im Voraus bezahlen, erhalten ihre Rechnungen von Kunden aber erst nach etwa 60 Tagen. Gleichzeitig steigen die Lohnkosten, während die Gewinnspannen oft unter drei Prozent bleiben.
Die globale Lage verschärft die Probleme. Die Blockade der Straße von Hormus und die eskalierenden Konflikte im Nahen Osten treiben die Preise für Diesel und Energie in die Höhe. Die Wirtschaftsforschungsgesellschaft Oxford Economics hat ihre Wachstumsprognose für den globalen Transport- und Logistiksektor im Jahr 2025 auf 2,4 Prozent nach unten korrigiert – ein ganzer Prozentpunkt weniger als noch in früheren Schätzungen.
Atradius warnt, dass das Wachstum der Branche zum Erliegen kommen könnte, falls die Störungen in der Straße von Hormus länger als sechs Monate anhalten. Die Zahl der Insolvenzen in der Branche stieg im vergangenen Jahr um 5,6 Prozent. Angesichts weiter steigender Spritkosten und anhaltender Zahlungsverzögerungen kämpfen viele Unternehmen ums Überleben. Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich davon ab, wie lange die aktuellen geopolitischen Spannungen anhalten.






