Lauterbachs Pflege-Reform löst Wut bei Anbietern und Betroffenen aus
Grzegorz LoosLauterbachs Pflege-Reform löst Wut bei Anbietern und Betroffenen aus
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbachs jüngste Reformpläne haben scharfe Kritik von Pflegeanbietern ausgelöst. Die geplanten Änderungen würden dazu führen, dass Heimbewohner:innen in den ersten zwei Jahren ihrer Pflege höhere Eigenanteile zahlen müssten. Branchenvertreter werfen dem Minister vor, damit frühere Zusagen zur finanziellen Entlastung zu brechen.
Laut Lauterbachs Entwurf sollen die staatlichen Zuschüsse für Pflegebedürftige langsamer steigen. Diese Verzögerung würde die Eigenbeteiligung im bundesweiten Durchschnitt in den ersten zwei Jahren um etwa 1.800 Euro erhöhen. Der Zwei-Jahres-Zeitraum wurde gewählt, da die meisten Bewohner:innen nicht länger als diese Dauer in der Pflege verbleiben.
Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (BPA), bezeichnete den Plan als "Wählertäuschung". Er verwies darauf, dass die SPD zuvor versprochen habe, die Eigenanteile auf 1.000 Euro zu begrenzen. Stattdessen, so Meurer, verlagere die Reform Milliardenkosten auf Pflegebedürftige und ihre Angehörigen.
Meurer betonte zudem, dass viele Bewohner:innen und ihre Familien bereits jetzt mit hohen Zuzahlungen kämpften. Die geplanten Änderungen würden ihre finanzielle Belastung weiter verschärfen. Die Reform sieht vor, den Anstieg der staatlichen Zuschüsse zu verlangsamen, sodass die Betroffenen zunächst höhere Kosten selbst tragen müssten. Da die meisten Pflegeaufenthalte weniger als zwei Jahre dauern, würde die finanzielle Mehrbelastung schnell spürbar. Pflegeanbieter warnen, dass die Neuregelung besonders einkommensschwache Haushalte zusätzlich unter Druck setzen könnte.






