KI revolutioniert Ampelschaltungen: Wie Fußgänger und Autos künftig schneller vorankommen
Franjo HandeKI revolutioniert Ampelschaltungen: Wie Fußgänger und Autos künftig schneller vorankommen
Ein neues KI-gesteuertes Verkehrssystem könnte bald die Art und Weise verändern, wie Fußgänger und Fahrzeuge Kreuzungen passieren. Entwickelt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Technologieunternehmen Vitronic, setzt das Projekt LTSA auf künstliche Intelligenz, um Verkehrsteilnehmer zu erkennen und Ampelschaltungen in Echtzeit anzupassen. Die Technologie soll Überquerungen sicherer machen und gleichzeitig den Verkehrsfluss für Autofahrer verbessern.
Das LTSA+-System ersetzt herkömmliche Fußgängerampelknöpfe, indem es Bewegungen in der Nähe von Zebrastreifen kontinuierlich analysiert. Mithilfe einer Sensorplattform von Vitronic klassifiziert es Verkehrsteilnehmer – darunter auch Fußgänger – noch bevor diese die Kreuzung erreichen. Die KI berechnet Gehgeschwindigkeiten und sagt wahrscheinliche Wege voraus, sodass die Ampeln dynamisch reagieren können.
Anders als bei starren Schaltzeiten kann das System Fußgängerphasen je nach Bedarf verkürzen oder verlängern. Wenn niemand die Straße überqueren möchte, entfällt die Grünphase für Fußgänger vollständig – der Verkehr fließt ohne Unterbrechung weiter. Tobias Hesse, Leiter des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik, betonte, dass das System besonders langsamen Fußgängern und Menschen mit Behinderungen zugutekommt.
Die Forscher testen zudem eine vierte Ampelfarbe für Fahrzeuge, vor allem für autonome Autos. Dieses zusätzliche Signal würde mit den Echtzeit-Anpassungen der KI zusammenarbeiten und die Verkehrssteuerung weiter optimieren. Der gesamte Prozess läuft datenschutzkonform ab – persönliche Daten werden weder gespeichert noch missbräuchlich genutzt.
Das LTSA+-Projekt markiert einen Schritt hin zu einer intelligenteren, KI-basierten Verkehrsregelung. Durch den Verzicht auf manuelle Knopfdrucke und die dynamische Anpassung der Signale könnten Wartezeiten für Fußgänger und Autofahrer gleichermaßen sinken. Die Fähigkeit des Systems, Bewegungen vorherzusagen und Phasen anzupassen, könnte einen neuen Standard für städtische Kreuzungen setzen.






