Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See
Magdalena HertrampfGünther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See
Günther Jauch hat das ehemalige Wohnhaus von Vicco von Bülow am Starnberger See erworben. Das Anwesen, das einst dem legendären deutschen Komiker Loriot gehörte, besitzt große kulturelle Bedeutung. Jauchs Kauf reiht sich in sein bisheriges Engagement für den Erhalt historischer Stätten ein, darunter das Marmorpalais in Potsdam.
Vicco von Bülow, mit bürgerlichem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, wählte seinen Künstlernamen Loriot inspiriert vom goldenen Pirol im Familienwappen. In den 1950er-Jahren wurde er mit humorvollen Büchern wie Der gute Ton – Ein unentbehrlicher Ratgeber für feine Leute und Reinhold das Nashorn – Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestrick berühmt. Sein scharfer Witz und seine beobachtende Komik machten ihn zu einer Ikone der deutschen Unterhaltungskultur.
1976 zeigte Loriots Sketch Das Zimmer wird renoviert sein Talent, aus kleinen Missgeschicken chaotische Katastrophen zu inszenieren. Später drehte er zwei Filme: Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), beide mit Evelyn Hamann in der Hauptrolle. In letzterem verliert Heinrich Lohse seine Stelle im Axel-Springer-Haus in Berlin-Kreuzberg, was eine Familienkrise auslöst. Eine zentrale Szene spielt auf dem Ahlbecker Pier auf Usedom, wo Renate Lohses Mutter ihren Geburtstag feiert.
Obwohl Loriots Haus am Starnberger See kein Drehort war, bleibt es eng mit seinem Vermächtnis verbunden. Jauch, bekannt für seine Wertschätzung kulturellen Erbes, dürfte das Anwesen auch aus Bewunderung für Loriots Humor erworben haben.
Der Verkauf fügt dem Haus eine weitere historische Facette hinzu. Jauchs Engagement lässt erwarten, dass das Anwesen sorgfältig erhalten wird. Loriots Einfluss – von der Literatur bis zum Film – wirkt bis heute in der deutschen Kultur nach.