06 May 2026, 00:32

"Grüne Ufer" feiert magische Theaterpremiere in Jekaterinburgs intimem Tvary-Theater

Ein altes Illustrationstitelblatt namens "Die Musik der russischen Revolution" zeigt einen Mann in einem weißen Gewand, der ein Saiteninstrument spielt, und eine Frau in einem wallenden Kleid, die Blumen hält, eingerahmt von einem prunkvollen Rand vor einem tiefblauen Nachthimmel mit Sternen.

"Grüne Ufer" feiert magische Theaterpremiere in Jekaterinburgs intimem Tvary-Theater

Neue Bühnenfassung von Grüne Ufer: Gennady Alexejews gefeierter Fantasy-Roman in Jekaterinburg uraufgeführt

In Jekaterinburg hat eine neue Theateradaption von Grüne Ufer, dem vielgelobten Fantasy-Roman von Gennady Alexejew, Premiere gefeiert. Das Stück erkundet parallele Lebensexistenzen und verflicht die Geschichten eines sowjetischen Dichters der 1980er-Jahre mit denen einer Romanzen-Sängerin aus der vorrevolutionären Zeit. Regie führte Lilia Bornaschewa, die die komplexe Erzählung im intimen Rahmen des privaten Tvary-Theaters der Stadt zum Leben erweckte.

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Die Wurzeln des Romans reichen bis in ein verlassenes Herrenhaus zurück, das einst Anastasia Wjalzewa gehörte – einer Sängerin aus den frühen 1900er-Jahren. Alexejew entdeckte das Anwesen und inspiriert von einem verblassten Foto Wjalzewas, schrieb er Grüne Ufer. Seine Faszination für verwobene Schicksale bildete das Fundament eines Werks, das heute zu den strahlendsten Beispielen der russischen Fantasy-Literatur zählt.

Auf der Bühne verkörpert Oleg Dulenkin den Leningrader Schriftsteller der 1980er-Jahre, eine Figur, die Züge Alexejews selbst trägt. An seiner Seite übernimmt Jelena Iwanowa neun Rollen, darunter die der Ksenija Brjanzewa, jener Romanzen-Sängerin, deren Leben das des Dichters über die Zeit hinweg spiegelt. Die Inszenierung gipfelt in einem gespenstischen Finale, in dem die Liebenden erst im Tod wieder vereint werden – ein Moment, der ein melancholisches Leuchten über das Publikum legt.

Bornaschewa blieb Alexejews Vision treu und bewahrte die zarte Balance zwischen Nostalgie und Mystik, die den Roman prägt. Die Wahl des Tvary, eines kleinen Theaters mit intimem Flair, verstärkte zusätzlich die emotionale Wucht der Aufführung.

Die Premiere markiert die jüngste Wiederbelebung von Alexejews Werk, das Leser und Theaterbesucher gleichermaßen in seinen Bann zieht. Mit seiner Mischung aus historischer Tiefe und ätherischer Erzählkunst bietet Grüne Ufer einen seltenen Einblick in Leben, die zwar durch Jahrzehnte getrennt, doch durch unsichtbare Fäden verbunden sind. Die Vorstellung im Tvary hat bereits Aufmerksamkeit erregt – für ihre kühne Adaption und die berührenden schauspielerischen Leistungen.

Quelle