EU-Reform des Emissionshandels: Mehr Flexibilität für die Industrie in Sicht
Grzegorz LoosEU-Reform des Emissionshandels: Mehr Flexibilität für die Industrie in Sicht
Die Europäische Union steht vor einer Reform ihres Emissionshandelsystems (EU-ETS) mit zentralen Änderungen für die Industrie. Künftig wird die dauerhafte Abschaffung der Streichung von Zertifikaten im Marktstabilitätsreservoir (MSR) eingeführt. Der Schritt folgt Forderungen von Wirtschaftsführern und Politikern nach einem flexibleren Ansatz.
Evonik-Chef Christian Kullmann hatte sich zuvor für eine Abschaffung oder grundlegende Überarbeitung des ETS ausgesprochen. Er argumentierte, dass strengere Regeln der Industrie schaden könnten, ohne ausreichende ökologische Vorteile zu bringen. Seine Position erhielt Aufmerksamkeit, als er gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Peter Liese in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt pragmatische Lösungen und ausgewogene Kompromisse forderte.
Die anstehenden Reformen umfassen Anpassungen der Benchmarks, von denen insbesondere die chemische Industrie profitieren soll. Die Änderung zielt darauf ab, die Compliance-Anforderungen zu erleichtern, ohne die Klimaziele aus den Augen zu verlieren. Die Europäische Kommission wird voraussichtlich am kommenden Mittwoch erste Vorschläge vorlegen.
Die Reformen sehen die dauerhafte Streichung der MSR-Zertifikatslöschung vor, was Unternehmen mehr Planungssicherheit geben soll. Die chemische Branche erhält im Rahmen der neuen Regeln überarbeitete Referenzwerte. Diese Anpassungen spiegeln einen Kurswechsel wider, der industriellen Bedenken Rechnung trägt, ohne die Funktionsfähigkeit des ETS zu gefährden.






