Bundesregierung verlängert Preisdeckel für Medikamente – mit wichtigen Ausnahmen
Magdalena HertrampfBundesregierung verlängert Preisdeckel für Medikamente – mit wichtigen Ausnahmen
Die deutsche Bundesregierung verlängert die Preisdeckelung für verschreibungspflichtige Medikamente um ein weiteres Jahr. Mit dieser Entscheidung sollen die steigenden Kosten im Gesundheitswesen eingedämmt und die Beiträge zur Krankenversicherung stabilisiert werden. Allerdings sind bestimmte Anpassungen vorgesehen, die Spielraum für lebenswichtige Arzneimittel und wirtschaftlich angeschlagene Hersteller bieten.
Seit 2018 sieht der Preisstopp eine Inflationsausgleichsregelung vor, die die finanzielle Belastung der Pharmahersteller verringern soll. Für 2025 ist hier eine Entlastung in Höhe von 170 Millionen Euro vorgesehen, für 2026 werden etwa 79 Millionen Euro erwartet. Trotz dieser Erleichterungen bleiben die grundsätzliche Preisdeckelung und die Pflichtrabatte für erstattungsfähige Medikamente weiterhin in Kraft.
Zudem hat die Regierung die Vorgaben für Immunglobuline gelockert, um Engpässe zu vermeiden. Unternehmen in existenziellen wirtschaftlichen Schwierigkeiten können nun Befreiungen von den gesetzlichen Rabattvorgaben beantragen. Darüber hinaus bleiben Preisverhandlungen für neue Medikamente möglich – etwa bei Therapien ohne Alternativen oder solchen, die unter besondere gesetzliche Bestimmungen fallen.
Laut Prognosen werden diese Maßnahmen allein im Jahr 2024 die gesetzliche Krankenversicherung um 2,19 Milliarden Euro entlasten. Ohne sie könnten die Beitragssätze bis 2026 auf 2,9 Prozent steigen, wie offizielle Schätzungen zeigen.
Das Bundesgesundheitsministerium betont, die Verlängerung des Preisstopps sei notwendig, um die Stabilität der Versicherungsbeiträge zu gewährleisten. Zwar gebe es nun Ausnahmen und Anpassungen, doch die Grundlinie der Politik bleibe streng. Ziel sei es, Kostendämpfung und Patientenversorgung in Einklang zu bringen – damit essenzielle Behandlungen weiterhin zugänglich bleiben.






