250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Franjo Hande250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen in Deutschland hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt vorgestellt. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen, Aktivistinnen, Künstlerinnen und Unterhalterinnen, die dringende Rechtsreformen fordern. Ihre Forderungen konzentrieren sich auf besseren Schutz vor digitaler Gewalt, sexualisierter Kriminalität und systematischen Lücken im geltenden Recht.
Unter den Unterzeichnerinnen finden sich bekannte Persönlichkeiten wie die SPD-Vorsitzende Bärbel Bas, die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner und die Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Auch Schauspielerinnen wie Veronica Ferres, die Musikerin Nina Chuba und die Moderatorin Carolin Kebekus unterstützen die Initiative. Gemeinsam fordern sie grundlegende Veränderungen im Umgang Deutschlands mit Gewalt gegen Frauen.
Ein zentraler Vorschlag ist die Einführung von Femizid als eigenständigen Straftatbestand im Strafgesetzbuch. Zudem soll ein "Ja-heißt-Ja"-Modell für die Einwilligung in sexuellen Handlungen verankert werden, das den rechtlichen Maßstab neu definiert. Dies würde die Beurteilung von sexueller Einwilligung vor Gericht grundlegend verändern.
Ein weiteres drängendes Thema ist digitale Gewalt. Die Initiative verlangt ein neues Gesetz, das die schnelle Löschung schädigender Inhalte und die Identifizierung der Täter sicherstellt. Sie fordert ein Verbot von KI-gestützten "Nacktbild-Apps", die mithilfe von Technologie Menschen auf Fotos ohne deren Zustimmung entkleiden. Zudem soll die nicht einvernehmliche Erstellung sexualisierter Deepfake-Inhalte unter Strafe gestellt werden.
Der Vorstoß erfolgt nach zwei Jahren (2024–2026), in denen die Bundesregierung keine spezifischen Gesetze zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen auf den Weg gebracht hat. Zwar gibt es auf Landesebene einzelne Maßnahmen – etwa Strafen für Voyeurismus in Saunen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen –, doch fehlt es an einem bundesweiten Rahmen. Bestehende Bundesinitiativen wie das UBSKM-Gesetz konzentrieren sich vor allem auf Strukturen zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder, nicht aber auf umfassendere Schutzmaßnahmen für Frauen.
Der Zehn-Punkte-Plan skizziert klare rechtliche und strukturelle Reformen, um die Lücken in Deutschlands Umgang mit männlicher Gewalt zu schließen. Würden die Vorschläge umgesetzt, wäre dies ein bedeutender Wandel in der juristischen Handhabung von digitaler Gewalt, sexueller Einwilligung und Femiziden. Nun liegt es an Politiker:innen und Gesetzgeber:innen, auf die Forderungen des Bündnisses zu reagieren.






