12 March 2026, 08:27

Bonner Stadtwerke-Chef Olaf Hermes tritt nach Immobilienskandal zurück

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Bonner Stadtwerke-Chef Olaf Hermes tritt nach Immobilienskandal zurück

Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke, hat nach einem Immobilienskandal in Bonn seinen Rücktritt angekündigt. Die Affäre war erstmals im Dezember bekannt geworden und betraf Vorwürfe politischer Einflussnahme bei einem Grundstücksgeschäft auf dem Gelände des Flugplatzes Hangelar. Trotz der weiterhin bestehenden Unterstützung durch den Aufsichtsrat bestätigte Hermes, dass er bis zum Sommer zurücktreten werde.

Der Skandal war im Dezember ans Licht gekommen, als Hermes bekannt gab, dass lokale Politiker versucht hätten, eine Grundstückstransaktion zu beeinflussen. Spätere Ermittlungen deuteten darauf hin, dass ein Bonner Busunternehmer und großer CDU-Spender in die Unregelmäßigkeiten verwickelt gewesen sein könnte.

Der Aufsichtsrat prüfte die Vorfälle, bekräftigte jedoch sein Vertrauen in Hermes und die Geschäftsführung. Daniel Rutte, ein Aufsichtsratsmitglied, erklärte, Hermes habe "nichts falsch gemacht" und die Verantwortlichen für etwaige Fehler blieben in ihren Positionen. Der Aufsichtsrat stimmte sogar dafür, die Zusammenarbeit mit ihm fortzusetzen.

Trotz dieser Rückendeckung kündigte Hermes an, bis zum Sommer auszuscheiden. Er machte deutlich, dass keine Umstände seine Entscheidung ändern würden. Unterdessen plant das kommunale Versorgungsunternehmen, einen vertraulichen Bericht über die angebliche Einflussnahme an die Staatsanwaltschaft zu übermitteln.

Hermes leitet die Bonner Stadtwerke seit 2022, eine Phase, die von Plänen für große Investitionen und Sparmaßnahmen im lokalen Nahverkehr geprägt war. Sein Abgang erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt für die Zukunftsprojekte des Unternehmens.

Der Skandal hat zwar noch keine unmittelbaren rechtlichen Konsequenzen nach sich gezogen, doch die Staatsanwaltschaft wird die Erkenntnisse nun prüfen. Hermes' Rücktritt hinterlässt die Bonner Stadtwerke vor Führungswechseln, während das Unternehmen seine Investitionspläne vorantreibt. Gleichzeitig muss es die anhaltende Kritik an dem Grundstücksgeschäft und den politischen Verstrickungen klären.

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