Berlin feiert Newroz als Zeichen der Einheit und des Widerstands
Magdalena HertrampfBerlin feiert Newroz als Zeichen der Einheit und des Widerstands
Berlin feiert Newroz mit kulturellen Veranstaltungen in der ganzen Stadt
Zum ersten Mal findet ein Teil der Feierlichkeiten im Humboldt Forum statt – ein Fest, das in Ländern wie dem Iran oder Afghanistan weiterhin verboten ist. Die Veranstalter betonen, dass Newroz in diesem Jahr ein Zeichen der Einheit für Gemeinschaften sein soll, die Unterdrückung und Entbehrungen erleben.
Das Newroz-Programm im Humboldt Forum ist Teil der jährlichen Reihe Beziehungen: Familie und als interkulturelles Familienfest konzipiert. Auf dem Programm stehen Drachenbau, Eierbemalen, traditionelle Tänze, klassische Musik und Auftritte kurdischer Rockbands. Sieben Berliner Vereine wirken mit, um Bräuche aus kurdischen, zentralasiatischen, usbekischen, iranischen und afghanischen Gemeinschaften zu präsentieren.
Newroz, das von rund 300 Millionen Menschen in über 20 Ländern begangen wird, ist in sechs Regionen offiziell anerkannt: in der Autonomen Region Kurdistan-Irak, im Iran, in Aserbaidschan, Afghanistan, Kasachstan und Kirgisistan. Doch im Iran unterdrückt das islamistische Regime das Fest seit fast 50 Jahren – die Feiern werden so zu Akten des Widerstands. Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel Nowruz zwischen Schmerz und Hoffnung: iranische und afghanische Perspektiven widmet sich der Frage, wie das Fest trotz Repression weiterlebt.
Auch andere Berliner Einrichtungen beteiligen sich an den Feierlichkeiten. Das Maxim-Gorki-Theater und der Oranienplatz sind mit dabei, während das Haus der Kulturen der Welt sein Programm der persischen Kultur und Künstlerinnen widmet – kuratiert von Ava Irandoost.
Das Fest findet in einer Zeit statt, in der viele Familien mit Unsicherheit leben. Die Veranstalter haben diesen Kontext aufgegriffen und die Veranstaltungen so gestaltet, dass sie sowohl kulturelle Identität als auch die Kämpfe vertriebener Gemeinschaften widerspiegeln.
Newroz in Berlin vereint Musik, Kunst und Traditionen aus Zentral- und Westasien. Die Feiern zeigen, wie ein Fest trotz Verboten weiterblüht. Für viele Teilnehmer ist es ein Symbol der Widerstandsfähigkeit angesichts anhaltender politischer und sozialer Herausforderungen.






