Asylanträge in Deutschland sinken – doch die Politik bleibt umstritten
Magdalena HertrampfAsylanträge in Deutschland sinken – doch die Politik bleibt umstritten
Asylanträge in Deutschland gehen stark zurück
Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Der Migrationsforscher Gerald Knaus führt diesen Rückgang vor allem auf politische Veränderungen in Syrien zurück – insbesondere auf den Sturz von Baschar al-Assad im Dezember 2024. Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind Deutschland und Österreich, da beide Länder zuvor den Großteil der syrischen Flüchtlinge in der EU aufgenommen hatten.
Noch vor 2024 hatten Deutschland und Österreich 80 Prozent aller in der EU unter Schutz gestellten Syrer aufgenommen. Der aktuelle Rückgang der Anträge hätte laut Knaus die Chance für eine nachhaltigere Migrationspolitik geboten. Stattdessen habe die Regierung es versäumt, humane Kontrollen für irreguläre Ankünfte einzuführen.
Grenzabweisungen als umstrittene Maßnahme
Im Mai 2025 begann Deutschland damit, Asylsuchende an den Binnengrenzen zu Österreich, Polen und der Schweiz zurückzuweisen. Diese Praxis wurde von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt eingeführt, obwohl die Idee bereits ein Jahrzehnt zuvor von der rechtspopulistischen AfD vorgeschlagen worden war. Knaus kritisiert die Zurückweisungen als wirkungslos und rechtswidrig nach EU-Recht – sie seien vor allem symbolische Politik.
Der Forscher betont zudem, dass der aktuelle Rückgang der Anträge anders hätte gestaltet werden können. Statt auf umstrittene Maßnahmen zu setzen, hätte ein strukturierterer Ansatz langfristige Migrationsherausforderungen besser bewältigen können.
Neue Migrationsmuster – und offene Fragen
Der Rückgang der Asylzahlen verändert die Migrationsströme in Deutschland und Österreich. Angesichts der nun praktizierten Zurückweisungen werfen Kritiker der Regierung vor, sowohl rechtliche als auch nachhaltige Lösungen zu vernachlässigen. Welche langfristigen Auswirkungen diese Politik auf die europäische Migrationskontrolle haben wird, bleibt abzuwarten.






