13 March 2026, 16:59

Asse II: Bergung radioaktiver Abfälle wird auf unbestimmte Zeit verschoben

Ein rotes und weißes Schild mit einem nach rechts zeigenden Pfeil und fetter schwarzer Schrift, die "Keine Recycling" lautet.

Verwahrte radioaktive Abfälle in Asse - Beginn der Bergung verschoben - Asse II: Bergung radioaktiver Abfälle wird auf unbestimmte Zeit verschoben

Die Pläne zur Bergung radioaktiver Abfälle aus dem Bergwerk Asse II in Niedersachsen wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) gab die Verzögerung bekannt und verwies auf ungelöste technische und rechtliche Herausforderungen. In der Anlage lagern rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll, die seit den 1960er- und 1970er-Jahren unterirdisch eingelagert wurden.

Der Standort Asse II im Landkreis Wolfenbüttel sollte ursprünglich nach Bundesrecht stillgelegt werden. 2020 hatte die BGE einen Zeitplan vorgelegt, der die Bergung der Abfälle ab 2033 vorsah – mit vorläufigen Kosten von über drei Milliarden Euro. Nun räumt die Behörde ein, dass der Plan von 2020 lediglich ein grober Entwurf war, dem in zentralen Bereichen entscheidende Details fehlten.

Die Verantwortung für das Projekt ging 2023 vollständig auf die BGE über, die seitdem die operative Steuerung der Bergungsarbeiten innehat. Das Verfahren unterliegt dem Standortauswahlgesetz (StandAG) von 2013/2020, mit Aufsicht durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) sowie die Landesregierung Niedersachsens. Trotz dieser zentralen Struktur haben anhaltende Unsicherheiten die Behörden gezwungen, den ursprünglichen Zeitplan aufzugeben.

Die in Peine ansässige BGE hat keinen neuen Termin für den Beginn der Bergung genannt. In den 13 unterirdischen Kammern der Anlage lagern Abfälle, die sicher geborgen werden müssen, bevor der Standort endgültig geschlossen werden kann.

Die unbestimmte Verschiebung lässt die Stilllegung von Asse II in der Schwebe. Ohne überarbeiteten Zeitplan ruht die Bergung der 126.000 Abfallfässer weiter. Die zuständigen Stellen haben bisher weder nächste Schritte noch eine neue Kostenschätzung für das stockende Projekt vorgelegt.

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