31 March 2026, 08:35

ZDK lehnt EU-Pläne für einheitliche Fahrzeugkennzeichnung scharf ab

Autolabel mit Modellnamen sichtbar.

ZDK lehnt EU-Pläne für einheitliche Fahrzeugkennzeichnung scharf ab

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat sich gegen die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Regeln für eine standardisierte Fahrzeugkennzeichnung ausgesprochen. Der Verband argumentiert, dass die neuen Vorgaben unnötige Belastungen für Händler und Verbraucher gleichermaßen schaffen würden. Laut ZDK-Präsident Thomas Peckruhn bieten die Regelungen keinen echten Nutzen für Käufer.

Das Vorhaben der EU-Kommission zielt darauf ab, Verbrauchern klarere Angaben zu Kraftstoffverbrauch und Emissionen beim Fahrzeugkauf – auch bei Gebrauchtwagen – zu liefern. Der ZDK hat jedoch in einem acht Punkte umfassenden Positionspapier, das an die Politik adressiert wurde, erhebliche Bedenken geäußert. Ein zentrales Problem ist die Vermischung der Messstandards: Ältere Gebrauchtwagen wurden nach dem veralteten NEFZ-Verfahren (Neuer Europäischer Fahrzyklus) getestet, während neuere Modelle dem strengeren WLTP-Standard (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) unterliegen.

Peckruhn warnte, dass Händlern die notwendigen Werkzeuge fehlen, um zwischen diesen Standards präzise umzurechnen. Zudem verwies er darauf, dass viele Gebrauchtwagen nachgerüstet wurden, was zuverlässige Verbrauchsangaben erschwert. Der ZDK fordert die EU auf, die Kennzeichnungspflicht auf Neufahrzeuge zu beschränken und auf verpflichtende Batteriezustandsprüfungen bei gebrauchten Elektroautos zu verzichten.

Der Verband plädiert außerdem für klarere Zuständigkeiten zwischen Herstellern, Online-Plattformen und Händlern sowie für einheitliche Marktkontrollen in der gesamten EU. Peckruhn appellierte an das Bundeswirtschaftsministerium, sich in Brüssel für praxisnähere Regelungen einzusetzen. Ohne Anpassungen, so seine Warnung, könnten Händler den Verkauf älterer Gebrauchtwagen komplett einstellen.

Da EU-Verordnungen einheitlich gelten, müssen alle 27 Mitgliedstaaten die geplanten Zulassungsregeln umsetzen. Nationale Verbände wie der ZDK sahen sich bereits früher mit ähnlichen rechtlichen und praktischen Hürden konfrontiert – etwa bei Verzögerungen in der Digitalisierung oder ungerechtfertigten Forderungen nach CO₂-Kompensation.

Die Kritik des ZDK konzentriert sich auf rechtliche und praktische Herausforderungen und betont, dass die Regelungen Händler dazu drängen könnten, ältere Gebrauchtwagen abzulehnen. Sollten die Vorschriften wie geplant eingeführt werden, müssten alle EU-Länder dasselbe Kennzeichnungssystem übernehmen. Der Verband besteht darauf, dass klarere und praxistauglichere Lösungen erforderlich sind, um unnötige Komplikationen für die Branche zu vermeiden.

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