Zahnärzte-Pensionsfonds kollabiert: 11.000 Mitglieder verlieren ihre Altersvorsorge
Magdalena HertrampfZahnärzte-Pensionsfonds kollabiert: 11.000 Mitglieder verlieren ihre Altersvorsorge
Pensionskasse für Zahnärzte in Berlin, Brandenburg und Bremen zusammengebrochen – 11.000 Mitglieder in finanzieller Unsicherheit
Der Zahnärzte-Pensionsfonds, eine Altersvorsorgeeinrichtung für Zahnärztinnen und Zahnärzte in Berlin, Brandenburg und Bremen, ist kollabiert und hinterlässt rund 11.000 Mitglieder in finanzieller Ungewissheit. Der Fonds, der einst ein Volumen von etwa 1,2 Milliarden Euro aufwies, soll nach riskanten Anlageentscheidungen die Hälfte seines Vermögens verloren haben. Rechtliche Auseinandersetzungen um die Abberufung des ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden verschärfen die Krise zusätzlich.
Zwischen 2013 und 2017 verzeichnete der Fonds ein stetiges Wachstum und übertraf damit ähnliche Berufsvorsorgewerke. Während Anwälte und Architekten jährliche Renditen von 4 bis 6 Prozent erzielten, erzielte der Zahnärzte-Fonds dank starker Aktieninvestitionen in einer günstigen Marktphase 5 bis 7 Prozent. Doch ab 2018 trieben anhaltend niedrige Zinsen den Fonds in riskantere Anlagen.
Der versichernde Träger des Fonds, die Element Versicherung, meldete später Insolvenz an – ein Schritt, der einen drastischen Wertverfall auslöste und fast die Hälfte des Fondsvermögens vernichtete. Gleichzeitig wurde der Aufsichtsratsvorsitzende im April abberufen, eine Entscheidung, gegen die er nun klagt.
Das Verwaltungsgericht Berlin urteilte, dass ein Vertrauensverlust in seine Führung die Absetzung rechtfertigen könne. Zunächst hatte die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege die Entlassung jedoch für rechtswidrig erklärt. Das Verfahren ähnelt demokratischen Prinzipien wie einem Misstrauensvotum. Der ehemalige Vorsitzende hingegen bezeichnet die Entscheidung als irrational und wirft vor, sie beruhe sogar auf Verschwörungstheorien.
Der Zusammenbruch des Fonds hat Tausende Zahnärztinnen und Zahnärzte ohne gesicherte Altersvorsorge zurückgelassen. Die juristischen Streitigkeiten um die Abberufung des Vorsitzenden dauern an, wobei die Gerichte die Entscheidung bisher mit dem Verlust des Vertrauens begründen. Das Ergebnis wird darüber entscheiden, ob die verbleibenden Mittel des Fonds stabilisiert werden können – oder ob weitere Verluste drohen.